Zwei Tage lang hofften Familie, Einsatzkräfte und zahlreiche freiwillige Helfer auf ein Wunder. Nachdem die dreijährige Bella am Mittwoch gegen 12.30 Uhr als vermisst gemeldet worden war, startete eine großangelegte Suchaktion.
Polizei, Feuerwehr, Suchhunde, Drohnen und Hunderte Helfer durchkämmten die Umgebung, darunter die Innenstadt von Preetz, Freiflächen und eine Kleingartenanlage. Am Donnerstagmorgen folgte dann die traurige Gewissheit: Bella wurde leblos in einem Pool auf dem Grundstück ihrer Eltern gefunden.
Obduktion bringt traurige Gewissheit
Am Freitag bestätigte die Obduktion die Todesursache. "Die Obduktion hat ergeben, dass Ertrinken die Todesursache war. Es gab keinerlei Anhaltspunkte für eine Gewalttat", sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler gegenüber der "Bild".
Nach aktuellem Ermittlungsstand geht die Staatsanwaltschaft nicht von einem Fremdverschulden aus. Allerdings wird geprüft, ob eine mögliche Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt.
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Polizei korrigiert eigene Angaben
Besonders brisant: Zunächst hatte die Polizei erklärt, das Haus und das Grundstück der Familie seien unmittelbar nach der Vermisstenmeldung vollständig abgesucht worden. Auch der Poolbereich sei demnach kontrolliert worden.
Diese Darstellung wurde inzwischen korrigiert. Die Polizei teilte mit, dass Haus und Grundstück zwar bereits am frühen Nachmittag überprüft worden seien, der Pool selbst damals jedoch lediglich oberflächlich in Augenschein genommen, aber nicht durchsucht worden sei.
Polizeisprecherin Babette Weiß erklärte: "Wie es zu dieser Fehlinformation gekommen ist, ist Gegenstand weiterer interner Befassungen. Wir bitten dies zu entschuldigen. Intern wird nachbereitet, warum der Pool zu diesem Zeitpunkt nicht durchsucht wurde." Auch bei einer späteren Durchsuchung stiegen Ermittler in den Pool – Bella wurde jedoch auch dabei zunächst nicht entdeckt.
Viele Fragen sind weiter offen
Der Pool ist mit rund vier Metern Durchmesser deutlich größer als ein gewöhnliches Planschbecken. Er ist teilweise in Beton eingelassen und mit Holzpaneelen verkleidet.
Damit rückt nun eine zentrale Frage in den Mittelpunkt der Ermittlungen: Wann geriet Bella ins Wasser? Bislang ist lediglich bestätigt, dass das Mädchen ertrunken ist. Der genaue Todeszeitpunkt steht jedoch noch nicht fest. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte Bella bereits mehrere Stunden tot gewesen sein, bevor sie gefunden wurde. Ob sie sich während der großangelegten Suchaktion bereits im Pool befand oder erst später ins Wasser gelangte, sollen die weiteren Ermittlungen klären.
Für die Familie bleibt der Tod der Dreijährigen eine unfassbare Tragödie. Gleichzeitig beschäftigt der Fall die Ermittler weiter – denn trotz der feststehenden Todesursache sind noch immer nicht alle Fragen beantwortet.