Wiesn-Schock
Preis-Irrsinn am Oktoberfest: 27,50 Euro für Kaiserschmarrn
Vor allem bei den traditionellen Schmankerln in den Festzelten herrscht ein echter Preisschock, der das Geldbörserl der Gäste massiv belasten wird.
Teures Pflaster auf der Theresienwiese
Das größte Volksfest der Welt, das heuer vom 19. September bis zum 4. Oktober in München stattfindet, wirft seine Schatten voraus. Viele Wirte haben ihre Speisekarten bereits online gestellt und geben damit einen Vorgeschmack auf die saftigen Preise, die die Besucher erwarten. Es zeigt sich deutlich, dass nicht nur die Maß Bier, sondern auch das Essen heuer zu einem echten Luxusgut wird. Wer eine gemütliche Zeit verbringen möchte, sollte vorab genau kalkulieren.
Kaiserschmarrn als teurer Luxus-Nachtisch
Ein besonderer Aufreger auf den Speisekarten ist heuer der Kaiserschmarrn. Was eigentlich als süßer Abschluss gedacht ist, entwickelt sich in einigen Zelten zum teuersten Posten auf der Rechnung. Die Preisspanne für die traditionelle Mehlspeise ist enorm:
- Pschorr Bräurosl: Stolze 27,50 Euro werden hier für eine große Portion verlangt.
- Festzelt Tradition: Hier kostet die Portion für zwei bis drei Personen sogar 30,50 Euro.
- Löwenbräu-Zelt: Für den süßen Klassiker sind 19,80 Euro fällig.
- Hacker-Festzelt: Ein Teller schlägt mit 18,50 Euro zu Buche.
- Ammer-Festzelt: Je nach Variante zahlt man hier 15,00 oder 21,50 Euro.
Deftige Preise für Hendl und Haxen
Nicht nur der Nachtisch, sondern auch die Hauptspeisen haben es preislich in sich. Für ein klassisches halbes Hendl oder eine deftige Schweinsstelze müssen die Besucher heuer tief in die Tasche greifen. Auch hier variieren die Preise je nach Festzelt stark:
- Ammer-Festzelt: Sensationelle 29,90 Euro kostet das halbe Bio-Hendl inklusive Erdäpfel-Gurken-Salat.
- Marstall-Festzelt: Hier werden 24,50 Euro für das Hendl verlangt.
- Vroni-Fischer: Das halbe Bio-Hähnchen (versprochen werden 750 bis 800 Gramm Fleisch) schlägt mit 23,50 Euro zu Buche.
- Pschorr Bräurosl: Ein halbes Hendl ohne Beilage kostet 17,50 Euro.
- Augustiner-Festzelt: Wer vorab einen Online-Gutschein kauft, zahlt 17,20 Euro für das halbe Hendl.
- Ochsenbraterei: Ein halbes Hähnchen inklusive Bedienungsgeld kostet 16,90 Euro.
- Festzelt Tradition: Das mit Petersilie gefüllte Wiesnhendl vom Spieß ist für verhältnismäßig günstige 16,40 Euro zu haben.
Enten und Stelzen als Luxusspeisen
Wer abseits des klassischen Hendls schlemmen möchte, muss noch mehr bezahlen. Im Festzelt Tradition kostet eine halbe gebratene Ente mit zwei Erdäpfelknödeln und Apfelrotkraut stolze 36,50 Euro. Für eine klassische Schweinshaxe mit Natursoße und Knödel müssen die Gäste 25,90 Euro hinlegen.
So viel kostet der Wiesnbesuch heuer wirklich
Das Online-Portal "München sehen" hat eine erste Hochrechnung für einen klassischen Wiesnbesuch aufgestellt. Demnach müssen Besucher für zwei Maß Bier und ein halben Hendl mit Kosten zwischen 47 und 55 Euro pro Person rechnen. In diesem Betrag sind allerdings weder Trinkgelder für die Bedienung noch Ausgaben für Fahrgeschäfte oder Süßigkeiten enthalten. Die Preise werden von den Wirten übrigens komplett selbst festgelegt, die Stadt München prüft als Veranstalter lediglich die Angemessenheit.
Trinkwasser als einziger kostenloser Ausweg
Immerhin gibt es für preisbewusste Besucher einen kleinen Lichtblick. Wer auf Alkohol und zuckerhaltige Limonaden verzichten möchte, findet auf dem Festgelände zehn Brunnen, an denen gratis Trinkwasser gezapft werden kann. Ob das den Preisschock bei den Speisen lindert, bleibt jedoch fraglich. Die Stimmung auf der Theresienwiese wird trotz der Teuerungsmeldungen wohl auch heuer wieder von Millionen Besuchern getragen werden.