Bau schreitet voran

Pumpspeicherkraftwerk Ebensee nimmt Gestalt an

© Energie AG/KK
Der Oberwasserspeicher steht kurz vor der Fertigstellung, während im Berginneren bereits technische Anlagen eingebaut werden. Ende 2028 soll das Großprojekt in Betrieb gehen.
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Gmunden. Das Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee im Bezirk Gmunden nimmt zunehmend Gestalt an. Beim größten Bauprojekt der Energie AG steht der Oberwasserspeicher kurz vor der Fertigstellung. Bundespräsident Alexander Van der Bellen besichtigte am Freitag die Baustelle.

Riesige Maschinenhalle im Berginneren

Knapp eine halbe Milliarde Euro investiert die Energie AG in das neue Kraftwerk. Herzstück ist eine gewaltige Kaverne im Berginneren. Mit 53 Metern Länge, 26 Metern Breite und 41 Metern Höhe bietet sie ausreichend Platz für die künftigen Turbinen und Generatoren.

Derzeit laufen die letzten Betonierungsarbeiten. Erste große Anlagenteile werden bereits angeliefert und eingebaut.

Bundespräsident Van der Bellen zeigte sich bei seinem Besuch von den Dimensionen und technischen Herausforderungen beeindruckt. Angesichts des steigenden Strombedarfs betonte er die Bedeutung erneuerbarer Energien.

Speicherbecken vor Fertigstellung

Der Damm des Oberwasserspeichers im Rumitzgraben soll kommende Woche fertiggestellt werden. Das Becken kann rund 1,3 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Das entspricht etwa 520 olympischen Schwimmbecken.

Bei überschüssigem Strom wird Wasser aus dem Traunsee durch vier Meter breite Rohre rund 500 Meter bergauf gepumpt. Steigt der Strombedarf, fließt es wieder talwärts und treibt eine Turbine an.

Bei vollem Speicher kann das Kraftwerk rund zehn Stunden Strom erzeugen. Laut Energie AG lässt sich damit Sonnenstrom für etwa 280.000 Haushalte speichern.

Inbetriebnahme für 2028 geplant

Ein Wassereintritt infolge des Hochwassers 2024 verzögerte die Bauarbeiten um knapp zehn Monate. Der Speichersee soll deshalb erst im Frühjahr 2028 erstmals befüllt werden. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende 2028 vorgesehen.

Trotz der Verzögerung sollen die Kosten im geplanten Rahmen bleiben. Energie-AG-Generaldirektor Leonhard Schitter rechnet weiterhin mit Investitionen von knapp einer halben Milliarde Euro.

Das Kraftwerk soll künftig helfen, überschüssige erneuerbare Energie zwischenzuspeichern und bei erhöhtem Bedarf wieder bereitzustellen. Damit leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur besseren Nutzung von Sonnenstrom. Auch Schwankungen zwischen Stromerzeugung und Verbrauch können dadurch künftig ausgeglichen werden.