Wegen Mängeln

Rinder-Flug-Transporte ab Linz vorerst gestoppt

© Die Grünen/KK
Das Gesundheitsministerium hat Transporte untersagt. Grund sind festgestellte Mängel bei der Abfertigung und Versorgung der Tiere. Die letzten drei Flüge nach Turkmenistan fallen aus.
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Linz/Turkmenistan. Die umstrittenen Rindertransporte vom Flughafen Linz-Hörsching nach Turkmenistan sind vorerst gestoppt. Das Gesundheitsministerium hat die Transporte untersagt, nachdem bei Kontrollen mehrere Mängel festgestellt worden waren. Der Flughafen bestätigte die Entscheidung am Freitag.

Zuletzt waren Fleckvieh-Bullen aus Ungarn über Linz nach Turkmenistan geflogen worden. Insgesamt waren zwölf Frachtflüge mit jeweils rund 80 Tieren geplant. Die Transporte hatten zuvor heftige Kritik ausgelöst, insbesondere von Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Mängel führen zu Transportstopp

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei der Abfertigung der Tiere in Ungarn Mängel festgestellt. Zudem seien am Flughafen Linz keine ausreichenden Möglichkeiten vorhanden, um die Rinder ordnungsgemäß zu versorgen. Auch bei früheren Überprüfungen der veterinärbehördlichen Grenzkontrollstelle in Linz-Hörsching waren bereits Probleme festgestellt worden. Daraufhin hatte das Ministerium Verbesserungen angeordnet.

Nun wurde die Zulassung dieser Grenzkontrollstelle vorläufig ausgesetzt. Damit dürfen bis auf Weiteres keine Rinder mehr über den Flughafen Linz in Staaten außerhalb der Europäischen Union transportiert werden. Die ungarischen Behörden wurden über die Entscheidung informiert und aufgefordert, vorerst keine weiteren entsprechenden Transporte über Linz abzuwickeln.

Drei Flüge finden nicht mehr statt

Die ursprünglich für Freitag, Samstag und Sonntag vorgesehenen letzten drei Flüge können deshalb nicht mehr stattfinden. Flughafensprecher Ingo Hagedorn bestätigte den Transportstopp. Derzeit befinden sich keine Tiere am Flughafen. Die bereits abgefertigten Rinder seien ordnungsgemäß transportiert worden.

Für den Flughafen bedeutet die Entscheidung auch finanzielle Einbußen. Durch die ausgefallenen Flüge entgehen dem Betreiber Einnahmen aus Lande- und Abfertigungsgebühren. Konkrete Zahlen nannte Hagedorn allerdings nicht. Wie lange das Verbot bestehen bleibt, ist derzeit unklar.

Grüne fordern dauerhaftes Verbot

Umweltlandesrat Stefan Kaineder begrüßte die Entscheidung des Gesundheitsministeriums. Er bezeichnete den Transportstopp als wichtigen Schritt für den Tierschutz.

Auch der Grüne Landtagsabgeordnete und Tierschutzsprecher Rudi Hemetsberger fordert weitere Konsequenzen. Er kündigte einen Antrag an, mit dem Lebendtiertransporte über den Flughafen Linz künftig generell verhindert werden sollen.

Das Land Oberösterreich ist mittlerweile alleiniger Eigentümer des Flughafens. Nach Ansicht der Grünen soll es diese Position nutzen, um entsprechende Transporte dauerhaft zu unterbinden.

Handlungsbedarf auf europäischer Ebene

Unterdessen sieht das Gesundheitsministerium auch auf europäischer Ebene Handlungsbedarf. Bei Flugtransporten lebender Tiere gebe es rechtliche Regelungslücken, die geschlossen werden müssten.

Nun soll geprüft werden, ob die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Änderungen der Tiertransportverordnung ausreichen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.

Vorerst bleibt die Zulassung der veterinärbehördlichen Grenzkontrollstelle am Flughafen Linz-Hörsching ausgesetzt. Wann und unter welchen Voraussetzungen wieder entsprechende Tiertransporte stattfinden könnten, ist noch offen.