Toter in Ottakring
Schießerei in Lokal - zwei Angeklagte im Gericht enthaftet!
Wien. Im Prozess rund um die tödliche Schießerei in einem Lokal in Ottakring im November 2025 sind am Ende des zweiten Verhandlungstags am Montag zwei der Beschuldigten enthaftet worden. Alle bisherigen Zeugen belasteten den Hauptbeschuldigten, für sämtliche Schüsse verantwortlich zu sein. Und die Zeugen sagten auch, dass die beiden anderen Angeklagten nicht einmal in der Nähe der Schüsse waren. Sie hätten somit keinen psychischen Tatbeitrag geleistet, so die Anwälte.
Astrid Wagner, Michael Dohr und Farid Rifaat stellten somit Enthaftungsanträge, denen von Seiten des Gerichts stattgegeben wurde. Der 36-Jährige und der 39-Jährige wurden sogleich aus der Untersuchungshaft entlassen. Der 34-Jährige, Ferdi B., der weiterhin behauptete, nicht er sei es gewesen, der um sich geballert habe, verbleibt dagegen in Gewahrsam.
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Am ersten Prozesstag hatte der Hauptangeklagte Türke Ferdi B., wie berichtet, zur Überraschung aller plötzlich behauptet, nicht er, sondern der Drittangeklagte (ein korpulenter Tschetschene im Solde einer Bospurus-Clique) habe den tödlichen Schuss abgegeben.
Bei dem ganzen Gwirks ging es um Geldschulden. Hintergrund soll laut Anklage ein Kreditgeschäft und Uneinigkeit um die Aufteilung von 50.000 Euro gewesen sein. Bei einer Aussprache in dem Lokal in Ottakring eskalierte alles.
Bevor die Situation völlig entgleiste, wurde der Erstangeklagte von einem Begleiter des Kreditvermittlers in einen Gang Richtung Notausgang geführt. "Ich wollte, dass er sich beruhigt", sagte ein damals Beteiligter jetzt als Zeuge. Plötzlich habe jedenfalls Ferdi B. eine Waffe gezogen, repetiert und auf ihn gezielt. "Dann hat er sofort geschossen", sagte er unter Eid. Der Schuss traf zum Glück einen Türrahmen und Splitter verletzten den Mann, der eine Daunenjacke trug, leicht an der Brust. Auf Nachfrage der Richterin, ob er sicher sei, dass der Erstangeklagte der Schütze war, meinte er: "Ich weiß es ganz genau und er weiß es selber auch."
Nach dem ersten Schuss entstand Panik im Lokal. Ein serbischer Vater sagt im Zeugenstand, dass er plötzlich den Hauptangeklagten auf ihn zukommen sah, der die Waffe zog und abdrückte. "Ich wurde im Bauch getroffen. Ich habe das Blut am Anfang gar nicht bemerkt", sagte er. Dass er selbst eine Waffe bei sich hatte, so wie der Erstangeklagte behauptet, bestreitet der Mann vehement.
Der dritte Schuss traf dann den Security (33) der bedrohten Runde, der sich noch mit einer Verletzung der Körperhauptschlagader aus dem Lokal schleppte und dort tödlich zusammenbrach.