Experten orakeln

Schnee noch im Oktober?

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Der Oktober spielt verrückt: Nach goldenen Tagen mit über 25 Grad folgt nasskaltes Wetter, ehe es wieder milder werden soll. Kommt aber früher Schnee? Klimatologe Karsten Brandt verweist auf US-Modellrechnungen, die Schneezuwachs in den Alpen andeuten.
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Der Experte warnt aber, der Zeitraum liege noch zu weit entfernt für seriöse Aussagen. Diplom-Meteorologe Dominik Jung betont, zuverlässige Vorhersagen reichten nur sieben bis zehn Tage; darüber hinaus sei es "Kaffeesatzleserei".

Tatsächlich liegt in den Hochlagen der Alpen oberhalb von etwa 1800 bis 2500 Metern bereits Schnee. Der Deutsche Alpenverein und MeteoSchweiz meldeten Mitte Oktober 20 bis 30 Zentimeter, lokal bis 40 Zentimeter Neuschnee an der Alpennordseite; die Schneefallgrenze sank zeitweise auf 1600 bis 1800 Meter. In den Mittelgebirgen (Harz, Erzgebirge, Schwarzwald, Bayerischer Wald) sind erste Flocken bei einem kräftigen Kaltlufteinbruch Ende Oktober oder Anfang November möglich – meist nur als kurzer weißer Hauch, nicht als dauerhafte Decke.

Im Flachland erst im November

Im Flachland bleibt Schnee vermutlich noch eher länger unwahrscheinlich: Dort fällt der erste messbare Schnee im Mittel erst Ende November bis Mitte Dezember, im Westen und am Rhein oft später, im Osten und Südosten früher.

In milden Wintern der letzten Jahre kam er häufig erst im Dezember oder Januar und blieb nur kurz liegen. Jung sieht den Trend zum späteren und weniger häufigen Schneefall in tieferen Lagen als Folge des Klimawandels – einzelne Ausreißer bei polarer Kaltluft seien aber nicht ausgeschlossen. Wer auf Wintersport hofft, sollte die kommenden Tage genau beobachten: Ein früher Schneeschauer in den Bergen ist realistisch, eine weiße Landschaft im Tal dagegen vorerst nicht.