Wer in Wien eine neue Hüfte oder ein künstliches Knie benötigt, soll künftig einfacher und schneller zu einem OP-Termin kommen. Dafür haben der Wiener Gesundheitsverbund und die Vinzenz Kliniken Wien eine gemeinsame Online-Plattform eingerichtet. Die ersten 25 Operationen haben bereits stattgefunden. In Österreich werden jährlich rund 40.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt. Für Betroffene ist der Weg zur Operation allerdings oft mit längeren Wartezeiten verbunden. In Wien soll die seit Mai 2026 laufende Plattform op-termin.wien die Terminvergabe nun erleichtern.
Mit wenigen Klicks zum Erstgespräch
Voraussetzung für die Anmeldung ist eine fachärztliche Überweisung für einen Hüft- oder Kniegelenksersatz. Patienten können sich entweder online oder telefonisch über die Gesundheitsberatung 1450 registrieren. Anschließend wird die Überweisung hochgeladen. Dabei können Betroffene selbst entscheiden, ob sie möglichst rasch operiert werden möchten oder lieber auf einen Termin in ihrer Wunschklinik warten.
"Bei einer Hüft- oder Knie-OP soll für Patientinnen und Patienten nicht entscheidend sein, wie gut sie sich im Gesundheitssystem auskennen", betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Mit der Plattform sollen der Zugang zur Behandlung vereinfacht und die Wartezeiten verkürzt werden.
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Bereits mehr als 245 OP-Termine vergeben
Die ersten Zahlen aus der Testphase zeigen, dass das Angebot bereits genutzt wird. Mehr als 460 Erstgespräche und über 245 OP-Termine sind bislang vereinbart worden. In der Regel findet das Erstgespräch innerhalb von 21 Tagen statt. Wer bei der Wahl des Spitals flexibel ist, kann laut Wiener Gesundheitsverbund auch deutlich schneller drankommen. Jährlich können über die Plattform knapp 3.000 Erstgespräche vergeben werden. Die eigentliche medizinische Betreuung übernimmt anschließend das jeweilige Spital. Dort wird entschieden, wie die Behandlung weitergeht und wann die Operation stattfindet.
Wie schnell das funktionieren kann, zeigt der Fall des 67-jährigen Manfred B. Er hat sich im Juli über die Gesundheitsberatung 1450 angemeldet und bereits wenige Tage später ein Erstgespräch erhalten. Im August ist er im Herz-Jesu Krankenhaus an der Hüfte operiert worden. "Ich hatte Glück im Unglück. Weil ein anderer Patient ausgefallen ist, konnte ich noch schneller operiert werden", erzählt der Pensionist. Mittlerweile kann er wieder gut gehen und zeigt sich mit der Behandlung zufrieden.
Fünf Spitäler machen mit
An der gemeinsamen Plattform beteiligen sich derzeit fünf Standorte. Vom Wiener Gesundheitsverbund sind die Klinik Donaustadt, die Klinik Floridsdorf und der Standort Penzing der Klinik Ottakring dabei. Dazu kommen das Herz-Jesu Krankenhaus und das Orthopädische Spital Speising der Vinzenz Kliniken Wien. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Spital von der Stadt Wien oder einem privaten gemeinnützigen Träger betrieben wird. Die verfügbaren Kapazitäten sollen gemeinsam genutzt werden, damit Patienten leichter zur passenden Behandlung kommen. "Entscheidend ist, dass sie möglichst einfach zur passenden Versorgung kommen", unterstreicht David Pötz, Geschäftsführer der Vinzenz Kliniken Wien. Gleichzeitig sollen Patienten durch die Wahl zwischen einem möglichst frühen Termin und einer bestimmten Klinik mehr Mitspracherecht erhalten.