Kinder
Schulstart naht: So gelingt die Umstellung auf den richtigen Schlafrhythmus
In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beginnt die Schule heuer am 7. September 2026, in den übrigen Bundesländern am 14. September. Damit bleiben Familien noch einige Tage, um den Ferienrhythmus langsam wieder an den Schulalltag anzupassen. Und genau das ist besser, als von einem Tag auf den anderen umzustellen.
Nicht erst am letzten Wochenende anfangen
Je länger die Ferien dauern, desto leichter verschieben sich Schlafens- und Aufstehzeiten nach hinten. Kinder bleiben abends länger wach und schlafen am nächsten Morgen entsprechend länger.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Nicht bis zum Sonntag vor dem Schulstart warten.
Idealerweise beginnt die Umstellung bereits rund ein bis zwei Wochen vorher. Dabei muss das Kind keineswegs plötzlich eine Stunde früher ins Bett. Viel angenehmer ist es, Bett- und Aufstehzeit alle paar Tage um etwa 15 bis 30 Minuten nach vorne zu verschieben.
Wer derzeit beispielsweise erst gegen 22.30 Uhr schlafen geht, kann zunächst 22.00 Uhr anpeilen, einige Tage später 21.30 Uhr und sich so langsam wieder an die übliche Schulzeit herantasten.
Morgens früher aufstehen ist mindestens genauso wichtig
Viele Eltern konzentrieren sich vor allem darauf, wann ihr Kind abends schlafen geht. Entscheidend für den Schlafrhythmus ist aber auch der Morgen. Wer bis 10 oder 11 Uhr ausschläft, wird abends vermutlich nicht plötzlich um 20.30 Uhr müde. Deshalb sollte auch das Aufstehen schrittweise wieder früher erfolgen.
Hilfreich ist es, den Tag morgens tatsächlich beginnen zu lassen: Vorhänge auf, Tageslicht ins Zimmer, frühstücken und möglichst ein wenig Bewegung einplanen. So bekommt der Körper deutliche Signale, dass die aktive Phase des Tages begonnen hat.
Auch interessant
Tageslicht hilft der inneren Uhr
Gerade am Morgen spielt Licht eine wichtige Rolle für unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Statt nach dem Aufstehen noch lange im abgedunkelten Zimmer zu bleiben, sollten Kinder möglichst früh Tageslicht bekommen.
Ein gemeinsames Frühstück am Fenster, ein kurzer Spaziergang oder der Weg zum Bäcker können bereits helfen. Gleichzeitig macht Bewegung tagsüber angenehm müde und erleichtert häufig das Einschlafen am Abend. Für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren werden grundsätzlich mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag empfohlen.
Abends wieder eine feste Routine einführen
In den Ferien darf vieles lockerer sein. Vor dem Schulstart lohnt es sich jedoch, die bekannten Abendrituale wieder zurückzuholen. Das kann beispielsweise so aussehen: Abendessen, duschen oder baden, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, noch etwas lesen und anschließend Licht aus.
Je ähnlicher der Ablauf jeden Abend ist, desto leichter kann sich der Körper darauf einstellen, dass die Schlafenszeit näher rückt. Bei jüngeren Kindern kann auch ein immer gleiches Ritual – etwa Vorlesen oder gemeinsam über den nächsten Tag sprechen – helfen, zur Ruhe zu kommen.
Handy und Tablet nicht mit ins Bett nehmen
Besonders schwierig wird die Umstellung, wenn Kinder in den Ferien abends lange am Handy, Tablet oder vor dem Fernseher verbringen. Kurz vor dem Schlafengehen sollten digitale Geräte deshalb möglichst nicht mehr die Hauptbeschäftigung sein. Statt TikTok, Games oder Serien helfen ruhigere Aktivitäten dabei, vom Tag herunterzukommen.
Eine praktische Familienregel kann beispielsweise lauten: Die letzte Stunde vor dem Schlafengehen bleibt möglichst bildschirmfrei. Noch einfacher wird es, wenn Handys und Tablets über Nacht gar nicht erst im Kinderzimmer liegen.
Auch am Wochenende nicht wieder komplett zurückfallen
Ist die Umstellung einmal geschafft, sollte das letzte Ferienwochenende nicht wieder aus völlig anderen Schlafzeiten bestehen.
Natürlich müssen Kinder am Samstag oder Sonntag nicht genauso früh aufstehen wie für die Schule. Mehrere Stunden Unterschied können den gerade aufgebauten Rhythmus aber schnell wieder durcheinanderbringen. Deshalb empfiehlt es sich, auch am letzten Wochenende zumindest ungefähr bei den neuen Zeiten zu bleiben.
Schlafenszeit an das Alter anpassen
Nicht jedes Kind braucht gleich viel Schlaf. Besonders jüngere Kinder benötigen allerdings deutlich mehr Schlaf als Jugendliche.
Wichtig ist deshalb weniger eine bestimmte Uhrzeit, die für alle gilt, sondern die Frage: Wann muss mein Kind morgens aufstehen und wie viel Schlaf braucht es, um tagsüber wirklich fit zu sein?
Die Bettzeit sollte von der notwendigen Aufstehzeit rückwärts geplant werden. Muss ein Kind beispielsweise um 6.30 Uhr aufstehen, sollte nicht erst um 22.30 Uhr langsam mit dem Abendprogramm begonnen werden.
Den Schulmorgen schon vorher testen
Ein besonders einfacher Trick: Einige Tage vor Schulbeginn einmal einen Probe-Schulmorgen machen. Also ungefähr zu jener Zeit aufstehen, zu der später der Wecker klingelt, frühstücken, anziehen und schauen, wie viel Zeit tatsächlich benötigt wird.
Das verhindert nicht nur Stress am ersten Schultag. Kinder bekommen dadurch gleichzeitig ein Gefühl dafür, wie sich der neue Morgen wieder anfühlen wird.
Eltern sollten selbst mitziehen
Wenig überzeugend ist es natürlich, einem Kind um 21 Uhr das Handy wegzunehmen, während die Eltern daneben selbst noch durch Social Media scrollen. Gerade bei jüngeren Kindern funktionieren neue Routinen oft besser, wenn die gesamte Familie zumindest teilweise mitmacht: Abendessen wieder etwas früher, morgens gemeinsam frühstücken und abends eine ruhigere Phase einführen. So fühlt sich die Umstellung weniger wie eine neue Regel für das Kind und mehr wie die Rückkehr zum normalen Familienalltag an.
Der wichtigste Tipp: Jetzt anfangen
Bis zum Schulstart ist noch etwas Zeit – und genau das ist der Vorteil. Eltern müssen den Ferienmodus nicht abrupt beenden. Wer bereits jetzt jeden Tag kleine Veränderungen einführt, erspart der ganzen Familie häufig müde Kinder, hektische Morgen und Diskussionen am ersten Schultag.
Der ideale Schulstart beginnt damit also nicht erst im Klassenzimmer, sondern schon einige Tage vorher im Schlafzimmer.