Rettungsaktion

Sechs Buckelwale ziehen um

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Ein langer Transport und ein neuer Lebensabschnitt für sechs Belugawale: Vier Tiere aus dem ehemaligen Marineland in Niagara Falls, Kanada, sind am Dienstag im Shedd Aquarium in Chicago angekommen. Zwei weitere Belugawale wurden nach SeaWorld San Antonio in Texas gebracht.
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Es ist der Beginn einer größeren Rettungsaktion: Insgesamt sollen 30 Belugawale aus dem inzwischen geschlossenen Marinepark in andere Einrichtungen übersiedeln.
Marineland konnte die langfristige Versorgung der Tiere nicht mehr sicherstellen. Nach finanziellen Problemen des Parks stand zeitweise sogar die Möglichkeit im Raum, einige der Wale einschläfern zu müssen. Gemeinsam mit mehreren von der Association of Zoos and Aquariums anerkannten Einrichtungen wurde deshalb ein Rettungsplan entwickelt.
Die Tiere wurden in speziellen, temperaturkontrollierten Transportbehältern zunächst per Lastwagen und anschließend mit Flugzeugen transportiert. Tierärzt:innen und Pfleger:innen begleiteten die Belugawale während der gesamten Reise. Im Shedd Aquarium wurden sie vorsichtig aus den Transportkisten gehoben, untersucht und in ihre neuen Becken gebracht. Die Teams überwachen die Tiere nun rund um die Uhr, um ihre Gesundheit zu kontrollieren und ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern.

Weitere Umsiedlungen sind bereits geplant: Belugawale aus Marineland sollen künftig auch in das Georgia Aquarium, nach SeaWorld San Diego und in das Oceanogràfic Valencia in Spanien gebracht werden.
Tierschutzorganisationen begrüßen, dass die Tiere nicht länger in einer unsicheren Situation bleiben müssen – gleichzeitig gibt es deutliche Kritik daran, dass die Belugawale erneut in Aquarien untergebracht werden.

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Organisationen wie "Animal Justice" betonen, dass die Tiere bereits jahrelang unter schwierigen Bedingungen in Marineland gelebt haben und fordern unabhängige Gesundheitskontrollen. Außerdem kritisieren sie, dass die Lösung keine Rückkehr in ein möglichst natürliches Umfeld bedeutet, sondern erneut eine Haltung in menschlicher Obhut. Auch "Friends of Animals" fordert, dass die geretteten Belugawale nicht weiter gezüchtet werden. Die Organisation kritisiert, dass dadurch weitere Generationen von Meeressäugern in Gefangenschaft entstehen.

Belugawale sind hochintelligente und soziale Tiere. In freier Wildbahn leben sie in komplexen Gruppen, kommunizieren mit einer Vielzahl von Lauten und legen große Strecken zurück. Für die sechs umgesiedelten Tiere bedeutet der Transport zwar eine bessere Versorgung und Sicherheit – ein Leben in einem Aquarium ersetzt jedoch bei weitem nicht ihre natürliche Umgebung.

Die Rettungsaktion zeigt damit ein grundlegendes Problem der Haltung von Meeressäugern für Unterhaltung: Wenn solche Einrichtungen schließen oder finanzielle Schwierigkeiten bekommen, stehen die Tiere vor einer schwierigen Zukunft. Der logistische Aufwand, die Kosten und der Stress, den die Tiere bei der Rettungsaktion erleiden, sind die Folgen einer Unterhaltungsindustrie. Tierschützer:innen sehen die Umsiedlung zwar als wichtigen Schritt für diese 30 Belugawale – fordern aber gleichzeitig ein Ende der Haltung und Zucht von Walen und Delfinen für Unterhaltungszwecke.