Klima-Extremist
Jagd auf den Strom-Terroristen – Jetzt Großeinsatz
Deutschland. In Gevelsberg, einer Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern im südlichen Ruhrgebiet (NRW), herrscht derzeit Ausnahmezustand. Polizisten durchstreiften bereits mit Spürhunden jene Siedlung am Waldesrand, in der der gesuchte 48-Jährige aufwuchs.
100 Polizei-Fahrzeuge am Hambacher Forst
Heute hat die deutsche Polizei einen Großeinsatz am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln gestartet. Laut Beobachtungen eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Wegen der Sabotageaktionen wird seit Tagen nach dem 48 Jahre alten Tatverdächtigen gesucht.
Die versuchten Sabotageakte konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei deutschen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden.
Mutter des Verdächtigen will nur noch weg
Nachbarn beobachten das Geschehen und tuscheln, während die Mutter des Flüchtigen – eine Lehrerin – das Haus verlässt und in Begleitung weggebracht wird. Der Medienrummel und die Blicke sind der Witwe zu viel. Sie will nur noch weg, wie "Bild" berichtet. Ihr Mann, ein renommierter Architekt, verstarb bereits vor etwa 15 Jahren.
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Als Einzelgänger sehr zurückgezogen
Der mutmaßliche Klima-Extremist wird laut "Bild" von Nachbarn als Einzelgänger beschrieben, und das offenbar schon in seiner Kindheit. Bereits vor dem Tod seines Vaters habe sich der Verdächtige zurückgezogen. Zwar schaute er alle zwei bis drei Wochen bei seiner Mutter nach dem Rechten, doch für Smalltalk war er laut Bekannten nie zu haben. Ein Nachbar erinnert sich im Gespräch mit "Bild": "Er hat immer freundlich gegrüßt", und ergänzt: "Wenn der tatsächlich hinter diesen Taten stecken sollte – das hätte ich ihm niemals zugetraut." Über einen möglichen Job, eine Partnerschaft oder eigene Kinder ist im Umfeld ebenfalls nichts bekannt.
Leben in einem alten Wohnmobil
Bekannt ist hingegen, dass Daniel V. ein altes Wohnmobil besaß, in dem er auch gelebt haben soll. Anrainer aus der Siedlung berichten, dass er sich mit dem großen Fahrzeug oft unten am Wasser am sogenannten Ennepebogen in Gevelsberg aufgehalten und von dort aus mit Wasser versorgt habe. Genau dieses alte Mercedes-Wohnmobil wurde am Freitag von der Polizei entdeckt, wie "Bild" berichtet. Es stand im Hambacher Forst, rund 100 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt, ganz in der Nähe eines Braunkohletagebaus.
Einsatzkommando stürmte das Fahrzeug
Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) stürmte den Wagen, doch der Tatverdächtige hatte sich darin nicht versteckt. Eine Hundertschaft durchkämmte das Gebiet bis in die Nacht hinein, jedoch bislang ohne Erfolg. Daniel V. ist somit weiterhin auf der Flucht. Laut einem Bekennerschreiben hat er sich dem Kampf gegen fossile Brennstoffe verschrieben. Ob der mutmaßliche Strom-Terrorist rund um den Hambacher Forst noch weitere Anschläge auf die Infrastruktur plante, ist unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.