5000 Jahre Geschichte
Sensationsfunde im MAMUZ
Ein Bronzedolch „südrussischer Form" und ein römischer Legionärshelm mit brisanter Geschichte zeigen: Niederösterreich war schon vor Jahrtausenden Schauplatz weltbewegender Ereignisse. Die Schausammlung zählt zu den bedeutendsten archäologischen Präsentationen Österreichs – und wird jetzt noch eindrucksvoller.
Rätselhafte Funde aus der Kupferzeit
Der Bronzedolch aus Wien-Eßling belegt weitreichende Kontakte und massive Bevölkerungsbewegungen um 3000 vor Christus. Für echtes Kopfzerbrechen sorgt die geheimnisvolle „Säule" von Maissau: Das tönerne Objekt mit drei runden Öffnungen gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf – möglicherweise war es Teil eines Altars.
Seltene Zeugnisse der Bronzezeit
Eine echte Rarität ist die Tonfigurine eines menschlichen Zwitterwesens aus Grund, datiert auf rund 1600 vor Christus. Figürliche Darstellungen aus dieser Epoche sind extrem selten – der Fund zählt daher zu den bemerkenswertesten seiner Zeit. Auch das reich ausgestattete Frauengrab von Oberndorf beeindruckt: Ein kunstvoller Gürtelhaken mit dem „Herrn der Tiere" zeigt frühkeltische Kunst auf höchstem Niveau.
Umgebauter Römerhelm gibt Rätsel auf
Spannend wird es bei den Markomannenkriegen: Ein römischer Legionärshelm aus einer germanischen Siedlung wurde offenbar nachträglich stark verändert – Nackenschutz entfernt, Löcher angebracht. Forscher rätseln bis heute über den Grund. Auch der Reiter von Gnadendorf, ein junger Streifschar-Angehöriger, der bei einem Reitunfall starb, wurde neu inszeniert.
Geschichte zum Angreifen
Wer selbst Hand anlegen will, kommt bei den Hands-on-Stationen voll auf seine Kosten: Keramikfragmente zusammensetzen oder einen Legionärshelm anprobieren – hier wird Geschichte lebendig. Geschäftsführer Christoph Mayer bringt es auf den Punkt: Die Kombination aus spektakulären Objekten und moderner Inszenierung mache die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis für Besucher jeden Alters.
Führungen im www.mamuz.at gibt es jeden Samstag, Sonntag und Feiertag um 13.00 und 15.00 Uhr.