Weihnachtskampagne

Sexy Grinch-Kampagne: Sydney Sweeney provoziert als Kinderfilmfigur

© WireImage
Mit ihrer neuen Weihnachtskampagne für ihre Lingerie-Marke Syrn will Sydney Sweeney auf die festliche Kollektion einstimmen. Doch vor allem die Anspielung auf "Der Grinch" sorgt für Diskussionen.
Zur Vollversion des Artikels

Weihnachtsstimmung, nostalgische Filmreferenzen und verführerische Dessous: Mit ihrer neuen Kampagne für Syrn verbindet Sydney Sweeney festliche Gemütlichkeit mit sexy Lingerie-Looks. Doch statt nur für Begeisterung sorgt der Werbeclip auch für Kritik. Im Zentrum der Diskussion steht eine Figur, die viele aus ihrer Kindheit kennen: Cindy Lou Who aus dem Weihnachtsfilm "Der Grinch".

Die 29-jährige Schauspielerin greift in dem Video die Optik der kleinen Filmfigur auf. Vor allem ihre Frisur, die Haarfarbe und die karierten Outfits erinnern an Cindy Lou Who. Für manche Fans ist das eine verspielte Hommage an einen Weihnachtsklassiker. Andere sehen darin eine problematische Verbindung zwischen einer Kinderfigur und der Vermarktung von Dessous.

Vom gemütlichen Weihnachtsabend zur sexy Kampagne

Der Werbeclip beginnt zunächst ganz harmlos: Sydney Sweeney sitzt in einem cremefarbenen Strickoutfit auf einem Sessel. Mit einer übergroßen roten Serviette im Kragen isst sie eine riesige Schüssel Eiscreme und schaltet einen Vintage-Fernseher ein. Auf dessen Bildschirm beginnt die eigentliche Kampagne.

Darin präsentiert sich die Schauspielerin zunächst in Pyjama-Looks, die an bekannte Weihnachtsfilme erinnern. Besonders die Kombination aus hochgesteckter Frisur, Haarfarbe und karierten Kleidungsstücken weckt Assoziationen zu Cindy Lou Who aus "Der Grinch".

Anschließend wechselt die Inszenierung ihren Stil: Sweeney zeigt sich in dunklen, rot-schwarzen Looks, die an Halloween erinnern, sowie in verschiedenen festlichen Lingerie-Outfits. Die Kampagne spielt damit bewusst mit dem Kontrast zwischen gemütlicher Weihnachtsnostalgie und sinnlicher Inszenierung.

"Cindy Lou Who ist eine Kinderfigur"

Genau diese Verbindung stößt einem Teil der Social-Media-Community sauer auf. Kritikerinnen und Kritiker bemängeln, dass eine Figur, die im Film als kleines Mädchen dargestellt wird, als Inspiration für eine Kampagne dient, in der es auch um sexy Dessous geht.

Ein Kommentar bringt die Kritik deutlich auf den Punkt: "Cindy Lou Who ist eine Kinderfigur. Sie in ein Dessous-Kostüm zu verwandeln, ist weder gewagt noch niedlich, sondern bedeutet, die Figur eines kleinen Mädchens zu sexualisieren, und das sollte nicht als normal angesehen werden. Das war eine schlechte Idee."

Andere Nutzerinnen und Nutzer verweisen auf das Alter der Filmfigur und fragen, warum eine erwachsene Frau eine kindlich dargestellte Figur für eine Lingerie-Kampagne aufgreift. Für sie geht es nicht nur um ein Kostüm oder eine Frisur, sondern um den Kontext, in dem die Figur eingesetzt wird.

Dabei geht es nicht nur um den Kontrast zwischen den gemütlichen Pyjama-Looks und den späteren Dessous-Szenen. Auch innerhalb der Cindy-Lou-Who-inspirierten Inszenierung trägt Sweeney ein Outfit mit einem auffällig tiefen Ausschnitt, auf den die Kamera gezielt den Fokus legt. Genau diese Kombination sorgt für Kritik: Die Frisur und das Styling erinnern an ein kleines Mädchen aus einem Weihnachtsfilm, während die Kameraführung den Körper der erwachsenen Schauspielerin zugleich betont in Szene setzt. Für Kritikerinnen und Kritiker entsteht dadurch eine problematische Verbindung zwischen einer kindlichen Figur und einer sexualisierten Bildsprache.

Wo endet die Filmreferenz und wo beginnt die Sexualisierung?

Taylor Momsen und Jim Carrey in "Der Grinch", 2000. © Getty Images

Die Diskussion wirft eine grundsätzliche Frage auf: Darf eine Marke eine bekannte Kinderfigur als Inspiration für eine erwachsene Modekampagne nutzen, ohne dass dies problematisch wird.

Filmreferenzen gehören seit Jahren zum Repertoire der Mode- und Werbewelt. Figuren, Kostüme und ikonische Frisuren werden aufgegriffen, neu interpretiert und in einen anderen Kontext gesetzt. Bei Cindy Lou Who ist die Reaktion jedoch besonders sensibel, weil die Figur untrennbar mit einem kleinen Mädchen verbunden ist.

Entscheidend ist dabei auch, wie die Referenz inszeniert wird. Eine erwachsene Frau, die einen bekannten Filmlook nachstellt, ist nicht automatisch eine Sexualisierung der ursprünglichen Figur. Kritikerinnen und Kritiker sehen die Grenze in diesem Fall allerdings dort überschritten, wo die kindlich konnotierte Optik innerhalb einer Dessous-Kampagne eingesetzt wird.

Nicht der erste Werbe-Aufreger

. © Getty Images

Es ist nicht das erste Mal, dass Sydney Sweeney mit einer provokanten Kampagne für heftige Diskussionen sorgt. Erst im September stand die Schauspielerin wegen eines Werbeclips für das Sportwetten- und Prognoseunternehmen Novig in der Kritik. Darin posierte sie nahezu nackt und bedeckte ihren Körper lediglich mit Sportutensilien wie Footballs. Zahlreiche Sportlerinnen warfen der Kampagne vor, Frauen im Sport zu sexualisieren und ihre sportlichen Leistungen auf ihr Aussehen zu reduzieren. Besonders brisant: Sweeney ist bei Novig nicht bloß das Werbegesicht, sondern hält Anteile am Unternehmen und war auch an der kreativen Gestaltung der Kampagne beteiligt.

Nun steht Sweeney mit ihrer eigenen Lingerie-Marke Syrn erneut im Zentrum einer Debatte über provokante Werbung. Während bei Novig die Darstellung von Frauen im Sport kritisiert wurde, entzündet sich die aktuelle Diskussion an der Frage, ob die kindlich konnotierte Figur Cindy Lou Who als Inspiration für eine sexy Weihnachtskampagne dienen sollte.