Gesund altern
So viel Krafttraining pro Woche kann dein Leben verlängern laut Studie
Wer länger gesund leben möchte, denkt oft zuerst an Joggen, Radfahren oder andere Ausdauersportarten. Doch auch Krafttraining könnte eine wichtige Rolle für die Lebenserwartung spielen. Eine neue Studie liefert dazu spannende Erkenntnisse: Bereits rund eineinhalb bis zwei Stunden Krafttraining pro Woche waren mit einem geringeren Risiko für einen vorzeitigen Tod verbunden. Noch mehr Zeit im Fitnessstudio brachte in der Untersuchung allerdings keinen zusätzlichen Vorteil bei der Gesamtsterblichkeit.
90 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche
Für die im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Studie wertete ein Forschungsteam Daten von 147.374 Erwachsenen aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren begleitet. Die Forschenden untersuchten, wie lange die Personen Krafttraining machten und wie diese Aktivität mit ihrem Sterberisiko zusammenhing.
Das Ergebnis: Menschen, die pro Woche 90 bis 119 Minuten Krafttraining machten, hatten im Vergleich zu Personen ohne Krafttraining ein um 13 Prozent geringeres Risiko frühzeitig zu sterben. Auch bei der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologische Erkrankungen zeigten sich Zusammenhänge mit einem geringeren Risiko.
Wichtig ist allerdings: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Ergebnisse beweisen deshalb nicht, dass Krafttraining allein für das geringere Sterberisiko verantwortlich ist. Trotz statistischer Anpassungen können weitere Faktoren eine Rolle spielen.
Mehr Training bedeutet nicht automatisch mehr Vorteile
Wer jetzt glaubt, möglichst viele Stunden pro Woche trainieren zu müssen, kann aufatmen. In der Studie zeigte sich bei der Gesamtsterblichkeit ab ungefähr 120 Minuten Krafttraining pro Woche kein zusätzlicher Vorteil. Das bedeutet nicht, dass längere Trainingseinheiten nutzlos sind: Wer mehr trainiert, kann beispielsweise weiterhin Fortschritte bei Kraft, Muskelmasse oder sportlicher Leistung erzielen. Nur ein zusätzlicher Effekt auf das Sterberisiko ließ sich in dieser Untersuchung nicht erkennen.
Auch kürzere Einheiten können ein sinnvoller Einstieg sein. Wer bisher kaum Krafttraining macht, muss nicht sofort zwei Stunden pro Woche einplanen. Entscheidend ist, eine Trainingsroutine zu finden, die sich langfristig in den Alltag integrieren lässt.
Krafttraining und Ausdauertraining: Gemeinsam besonders sinnvoll
Die Studie unterstreicht außerdem, dass es sich lohnt, Kraft- und Ausdauertraining zu kombinieren. In den gemeinsamen Auswertungen war das Sterberisiko bei Menschen mit viel Ausdauerbewegung und regelmäßigem Krafttraining besonders niedrig.
Krafttraining stärkt die Muskulatur und unterstützt den Erhalt körperlicher Leistungsfähigkeit. Ausdauertraining wiederum trainiert unter anderem Herz und Kreislauf. Die beiden Trainingsformen erfüllen unterschiedliche Funktionen und ergänzen einander daher gut.