Wien. Das österreichische Innenministerium berichtet in einer Aussendung über die aktuelle Lage bei den Abschiebungen nach Afghanistan. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 waren solche Maßnahmen wegen fehlender Kommunikationskanäle zunächst unmöglich. In den letzten zwei Jahren wurden auf technisch-operativer Ebene jedoch wieder Gesprächskanäle mit der afghanischen Verwaltung aufgebaut, heißt es in einer BMI-Aussendung.
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Treffen in Wien und Kabul
In weiterer Folge fanden Gespräche in Kabul und Wien statt. Vertreter der afghanischen Verwaltung identifizierten dabei verurteilte Straftäter aus ihrem Heimatland, um direkte Abschiebungen zu ermöglichen. Die erste direkte Abschiebung nach Afghanistan erfolgte schließlich im Oktober 2025. Bisher wurden insgesamt acht verurteilte afghanische Straftäter über Istanbul direkt in ihr Herkunftsland zurückgeführt.
So viele Afghanen wurden abgeschoben
Neben den Direktflügen wurden afghanische Staatsbürger auch in andere EU-Staaten überstellt. Im vergangenen Jahr 2025 betraf dies mehr als 200 Personen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits rund 170 Menschen abgeschoben. Der klare Schwerpunkt dieser Aktionen liegt auf Personen ohne Bleiberecht in Österreich sowie auf verurteilten Straftätern.
"Weitere Abschiebungen in Vorbereitung"
"Menschen, die ein Bleiberecht und sich durch Leistung und Arbeit in die Gesellschaft integriert haben", sind nicht Zielgruppe dieser Maßnahmen, betont das BMI. Die Vorbereitungen für kommende Schritte laufen bereits weiter. "Weitere Abschiebungen nach Afghanistan sind in Vorbereitung", sagt Innenminister Gerhard Karner.