Personalnot

Spital Braunau sperrt ganze Station – AK tobt

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Die AK Oberösterreich kritisiert die vorübergehende Schließung einer psychiatrischen Station im Krankenhaus Braunau scharf. Präsident Andreas Stangl warnt vor drastischen Folgen für Patienten.
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Oberösterreich. Die Schließung einer der beiden psychiatrischen Stationen im Krankenhaus Braunau sorgt für erhebliche Unruhe in Oberösterreich. Der Grund für das Aus bis voraussichtlich Ende Jänner 2027 ist ein nicht deckbarer Bedarf an Fachärztinnen und Fachärzten in diesem Bereich. Während Patienten aus dem Bezirk Braunau weiterhin betreut werden sollen – wobei die genaue Umsetzung unklar bleibe –, müssten Betroffene aus Schärding und Ried nach Grieskirchen oder Linz ausweichen, kritisiert die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ).

"Unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung"

Dass Patienten aus den Bezirken Braunau, Ried und Schärding nun teilweise auf andere Krankenhäuser verteilt werden müssen, zeigt für die Gesundheitssprecherin der Grünen, Landtagsabgeordnete Brigitte Huber-Reiter, dass es längst nicht mehr um ein abstraktes Personalproblem geht: "Wenn Betten gesperrt werden und Menschen für psychiatrische Versorgung weitere Wege zurücklegen müssen, dann hat der Personalmangel unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung."

Weit unter den Planungsvorgaben

Schon vor der angekündigten Schließung lag die Versorgungskapazität im Bezirk Schärding laut Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) weit unter den österreichischen Planungsvorgaben.

Bereits im Jahr 2025 stellte der oberösterreichische Landesrechnungshof fest, dass aufgrund des Fachkräftebedarfs im Bundesland nur 92 Prozent der psychiatrischen Betten zur Verfügung stehen.

Klare Forderungen der Arbeiterkammer

AK-Präsident Andreas Stangl verweist auf die Belastungen der vergangenen Jahre: "Studien zeigen, dass sich die psychische Gesundheit wegen vielfältiger Krisen wie etwa Teuerung, Pandemie und Ukraine-Krieg sowie durch verschiedene Stressfaktoren in den vergangenen Jahren verschlechtert hat." Bloße Appelle an das Spital reichen der Arbeiterkammer nicht aus.

"Für die Patient:innen aus dem Innviertel darf es zu keinen weiteren Verschlechterungen kommen. Beschwichtigungen und Appelle der Politik an das Spital, Lösungen zu finden, sind zu wenig. Es muss dringend gehandelt werden, um die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten", so AK-Präsident Andreas Stangl.

Knauseder: "Schlechteste Ärztedichte in ganz Oberösterreich"

"Wir haben im Bezirk Braunau die schlechteste Ärztedichte in ganz Oberösterreich, dass unser Krankenhaus dadurch noch stärker unter Druck steht, ist die logische Folge", sagt SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder. Sie fügt hinzu: "Ob Herzkatheter oder Psychiatrie – im Innviertel heißt es immer wieder warten oder ausweichen." Für Patienten aus Schärding und Ried bedeuten die längeren Anfahrtswege nach Wels bzw. Linz eine zusätzliche Belas­tung, gerade bei psychiatrischen Erkrankungen, wo Nähe und Vertrautheit besonders wichtig sind.

Bessere Arbeitsbedingungen verlangt

Um die Versorgungssicherheit langfristig und gerecht für alle Menschen in Oberösterreich zu garantieren, fordert die AK Oberösterreich konkrete Maßnahmen im Gesundheits- und Pflegebereich. Dazu zählen bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, "gesunde" Arbeitszeit-Modelle, ausreichend Personal in sämtlichen Bereichen sowie verlässliche Dienstpläne.

"Es braucht eine gerechte, qualitative Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Oberösterreich", so die Arbeiterkammer.