Tank-Wut

Spritpreise tiefer, aber nicht tief genug

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Niedrigere Erdölpreise kamen bei Konsument:innen nicht vollständig an, schlägt der ÖAMTC Alarm.
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Tanken war im Juni spürbar günstiger als in den Vormonaten. Diesel kostete im Monatsdurchschnitt 1,777 Euro pro Liter, Super 1,692 Euro. Ausschlaggebend dafür waren sinkende Erdölpreise infolge des Waffenstillstands im Nahen Osten und der Ankündigung weiterer Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Aus Sicht des ÖAMTC hätten sich die tieferen Erdölpreise allerdings noch stärker an den heimischen Tankstellen zeigen müssen. So ist die Differenz zwischen den Nettopreisen für Benzin bzw. Diesel und dem Preis für einen Liter Rohöl aktuell deutlich höher als noch vor dem Krieg.

Reduktion der Steuersenkung

Mit Julibeginn reduzierte sich die steuerliche Entlastung auf Kraftstoffe von 1,7 auf 0,8 Cent, was sich auch gleich an den Zapfsäulen bemerkbar machte. Weiterhin aufrecht bleibt die Verordnung der Bundesregierung, dass sich die österreichischen Kraftstoffpreise an den internationalen Preisnotierungen für Benzin und Diesel orientieren müssen. Da sich die sinkenden Rohölpreise offensichtlich nicht adäquat auf die Produktnotierungen für die Kraftstoffe durchschlagen, kommen die Senkungen beim Rohöl auch nur teilweise an den Tankstellen an.

Daher bekräftigt der Mobilitätsclub seine Forderung nach einer kritischen Untersuchung und stärkeren Reglementierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super. Verlässliche und nachvollziehbare Notierungen sind eine wichtige Voraussetzung für faire Preise an den europäischen Tankstellen.

Ein Blick auf die Zahlen der Europäischen Kommission zeigt zudem, dass die Nettopreise für Kraftstoffe in Österreich im Juni weniger stark gesunken sind als im EU-Durchschnitt. Auch dies könnte darauf hindeuten, dass die günstigeren Rohölpreise in Österreich trotz Verordnung nicht vollständig an die Verbraucher:innen weitergegeben wurden.