Für Kinder und Jugendliche unter 18 soll - so zumindest der Vorschlag von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) - bei teilnehmenden Banken ein "Zukunftsdepot" eingerichtet werden können. Darauf sollen keine Gebühren, Spesen oder Steuern anfallen. Stockers Wunsch: Die Maßnahme soll bereits mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten.
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Familien sollen dann bis zu 5.000 Euro pro Jahr darauf einzahlen können. Zum 18. Geburtstag kann es dann entnommen werden - und das ohne Kapitalertragsteuer (27,5 %).
Rechenbeispiele: So viel würden Sie sich sparen
Aus dem Büro von Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) gibt es nun neue Rechenbeispiele:
Familien, die beispielsweise für zehn Jahre 100 Euro pro Monat zur Seite legen, würden bei einer durchschnittlichen Rendite von sieben Prozent am Ende mit rund 17.300 Euro aussteigen. 12.000 Euro wurden eingezahlt. Auf den Ertrag fiele dann auch keine Steuer an.
Geburtstage und Weihnachten: Wenn Oma und Opa zum Geburtstag oder an Weihnachten Geld herschenken - Beispiel: 300 Euro pro Jahr - und diese Summe von Geburt an auf das "Zukunftsdepot" einbezahlt wird, dann wären es bis zum 18. Geburtstag 5.400 Euro. Bei einer durchschnittlichen Rendite von sieben Prozent ergibt sich ein Endbetrag von 10.200 Euro - steuerfrei.
Zum Schulanfang gibt es für Eltern 121,40 Euro Schulstartgeld. Eltern, die dieses Geld einzahlen würden, hätten nach acht Schuljahren rund 1.000 Euro eingezahlt. Mit 7-Prozent-Rendite ergibt sich ein Betrag von 1.300 Euro.
Familienbehilfe: Familien, die von der monatlichen Familienbeihilfe (knapp 200 Euro) ein Viertel, also 50 Euro, ins "Zukunftsdepot" geben, hätten bis zum Auszahlungstermin 10.800 Euro eingezahlt. Mit Durchschnittsrendite wären es dann 21.500 Euro.
Taschengeld: Ein Jugendlicher bekommt von seinen Eltern vom 10. bis zum 18. Geburtstag 20 Euro Taschengeld pro Woche. Die Hälfte darf er ausgeben, die andere Hälfte fließt ins "Zukunftsdepot". Am Ende hätte die Familie rund 4.160 Euro investiert, samt Rendite wären es 5.500 Euro. Zusätzlich hätte es wohl einen pädagogischen Effekt bei der Finanzbildung.
"Österreich darf kein Nachzügler bleiben"
Gegenüber oe24 erklärt Finanz-Staatssekretärin Eibinger-Miedl: „Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher investieren am Kapitalmarkt, weil sie für später vorsorgen wollen. Mit dem Zukunftsdepot wollen wir unseren Kindern bessere Startchancen geben und gleichzeitig bei ihren Eltern das Bewusstsein für die Chancen des Kapitalmarkts und langfristiges Vorsorgen stärken." Und: "Andere Länder bieten bereits entsprechende Steueranreize – Österreich darf kein Nachzügler bleiben. Denn ein starker Kapitalmarkt schafft Chancen für alle", so die ÖVP-Politikerin.
Die Rechenbeispiele setzen natürlich voraus, dass am Ende tatsächlich eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent vorliegt. Außerdem: Bevor das "Zukunftsdepot" Realität wird, müssen auch noch die Koalitionspartner mit ins Boot geholt werden.