Skurriles Posting
Teletext! So stellt sich Babler die ORF-Zukunft vor
Zwei Tage lang lud SPÖ-Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler zu einem Sesselkreis, um über die Zukunft des ORF zu sinnieren. Die Ergebnisse sind ernüchternd. 200 vom Medienminister handverlesene "Experten" waren eingeladen, die zu fünf Themenbereichen Grundlagen für eine Gesamtreform erarbeiten sollten. Statt einem Generaldirektor soll es künftig einen Vorstand geben und die digitale Bewegungsfreiheit des ORF soll erweitert werden. Das brisanteste Thema - die Finanzierung des ORF und die Haushaltsabgabe - wurde komplett ausgeklammert und nicht einmal diskutiert!
Auffallend: Die wenigen privaten Medienvertreter, die von Babler überhaupt eingeladen wurden, bekamen einen Maulkorb verpasst. Sprich: Sie kamen kaum zu Wort, Bühnenauftritte waren für die Privaten gar keine vorgesehen. Dementsprechend ernüchternd war die Stimmung.
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"Medienpolitische Farce"
Kronehit-Chef Philipp König boykottierte die Veranstaltung sogar am zweiten Tag: "Das gestrige ORF-Zukunftsforum, organisiert durch Vizekanzler Babler, hat sich leider als medienpolitische Farce erwiesen", schrieb er auf LinkedIn.
"Wir privaten Marktteilnehmer wurden durch eine bewusste Einladungspolitik gezielt in der Minderheit gehalten, um eine einseitige Meinungsbildung zu suggerieren. Unter diesen Voraussetzungen ist eine weitere konstruktive Teilnahme für mich nicht tragbar." König blieb der Veranstaltung, so wie mehrere andere Vertreter privater Medien, am Freitag fern. Der Großteil der privaten Medien wurde von Babler gar nicht erst eingeladen, weil sie ihm zu kritisch berichten.
Babler postet Teletext-Video zu ORF-Zukunft!
Wie sich der Medienminister die Zukunft des ORF vorstellt, war am Ende der zweitägigen Show jedenfalls niemandem klar. Babler selbst postete ein vielsagendes Video auf Instagram, das er ausgerechnet mit dem ORF-Teletext (!) startete. Das Babler-Posting löste einen Shitstorm auf seiner eigenen Social-Media-Seite aus: "ORF braucht niemand", "Der gute Andi sollte auch ein Drittel weniger verdienen", "Der ORF ist so schwach wie der Babler" oder "Aber du darfst die Kohle der Steuerzahler für deine Eigeninszenierung verprassen", waren noch die "freundlicheren" Kommentare unter dem Posting.