Gaza

Tiere überleben den Krieg – zwischen Rettung und Leid

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Während in Gaza Menschen um ihr Überleben kämpfen, trifft der Krieg auch die Tiere. Zoos sind weitgehend zerstört, Futter und Medikamente fehlen, und für viele Tiere gibt es kaum noch Möglichkeiten einer artgerechten Versorgung.
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In Nuseirat, nahe einem Flüchtlingslager, versucht Zoo-Besitzer Mahmoud Gomaa, einige der verbliebenen Tiere am Leben zu halten. Einen Löwen, Papageien und Affen hat er mitgenommen, als er während des Krieges mehrfach fliehen musste.

"Die Menschen suchten nach einer Möglichkeit, selbst zu überleben, und ich suchte nach einer Möglichkeit, die Tiere zu retten", sagt Gomaa gegenüber Reuters. Die Tiere seien für ihn zu einem Teil seines Lebens geworden. Deshalb habe er sie bei jeder Vertreibung mitgenommen.

Sein Zoo befand sich ursprünglich in Rafah. Von dort zog er immer weiter und weiter. Doch nicht alle Tiere konnte er retten. Drei Löwen, mehrere Krokodile und zwei afrikanische Strauße musste er zurücklassen, als er Rafah verlassen musste. Als er später zurückkehrte, fand er von den Krokodilen und Straußen nur noch die Knochen. Die drei Löwen waren verschwunden.

Auch die überlebenden Tiere sind in einem schlechten Zustand. Es fehlt an Medikamenten, Impfstoffen und ausreichendem Futter. Der Tierarzt Nidal Fadel beschreibt die Situation als katastrophal. Selbst die Ernährung der Raubtiere sei problematisch. Sie würden teilweise mit tiefgefrorenem Fleisch gefüttert.

Hinzu kommt der permanente Stress durch den Krieg. Bombardierungen, Explosionen und die ständige Unruhe treffen auch Tiere. Der Tierarzt Amir Khalil von der Tierschutzorganisation Four Paws erklärt, dass Löwen Geräusche und Störungen wahrnehmen können, die Menschen möglicherweise gar nicht bemerken. Die anhaltenden Kämpfe verursachten bei ihnen enormen Stress und Angst.

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation bei den Jungtieren. Eine Löwin brachte während des Krieges Junge zur Welt. Weil die Mutter selbst nicht ausreichend ernährt werden konnte, war auch die Versorgung der Jungtiere gefährdet. Eines der Jungen konnte trotz tierärztlicher Hilfe nicht gerettet werden.

Gomaa versucht dennoch, den Zoo weiterzuführen. Für ihn geht es dabei nicht nur um die Tiere. Der Zoo soll auch den Kindern in Gaza für einen kurzen Moment Ablenkung ermöglichen.

Doch gerade diese Bilder werfen auch eine schwierige Frage auf: Ist ein Zoo unter solchen Bedingungen tatsächlich ein Ort der Erholung – oder wird hier lediglich versucht, das Unmögliche aufrechtzuerhalten?

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Die Tiere sind nicht nur Opfer von Hunger und fehlender medizinischer Versorgung. Sie sind Wildtiere, die unter normalen Umständen große Territorien benötigen und komplexe soziale Beziehungen pflegen. Ein Löwe, der in einem Käfig liegt und kaum noch auf Besucher reagiert, ist deshalb nicht einfach ein Symbol dafür, dass ein Zoo trotz des Krieges weitermacht. Er zeigt auch, wie stark die Grenzen zwischen Rettung und Leid verschwimmen können.

Gomaa wollte seine Tiere retten. Viele von ihnen hätten ohne seine Hilfe vermutlich nicht überlebt. Gleichzeitig macht ihre Geschichte sichtbar, wie abhängig Wildtiere in Gefangenschaft vom Menschen sind – und wie dramatisch die Folgen werden können, wenn Nahrung, medizinische Versorgung und Sicherheit plötzlich zusammenbrechen.

In Gaza kämpfen Menschen und Tiere gleichermaßen mit den Folgen eines Krieges, der ihre Lebensräume zerstört hat. Für die überlebenden Tiere bedeutet das Weiterleben derzeit vor allem eines: irgendwie durchhalten, bis wieder bessere Bedingungen möglich sind.