Grillsaison

Tierschutz Austria fordert Haltungskennzeichen

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Die Grillsaison läuft – doch ein aktueller Marktcheck von Tierschutz Austria zeigt erhebliche Mängel bei der Kennzeichnung von Fleischprodukten.
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Untersucht wurden 644 Grillprodukte in 19 Filialen von Billa, Billa Plus, Penny, Lidl, Hofer und Spar. Das Ergebnis: Nur 74 Produkte – also 11,5 Prozent – tragen ein Siegel für verbesserte Tierwohlstandards. Mehr als die Hälfte, nämlich 352 Produkte oder knapp 55 Prozent, weist überhaupt kein Siegel zu Herkunft, Bio oder Tierwohl auf. Laut Tierschutz Austria sei für Konsument:innen damit oft nicht nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. Besonders schlecht schnitt Penny ab: Von 75 untersuchten Produkten trug nur eines überhaupt ein Siegel, Bio- oder Tierwohlsiegel waren gar nicht vertreten. Am besten schnitt Hofer ab, wo knapp ein Drittel der Produkte mit einem Tierwohlsiegel gekennzeichnet war – insgesamt bleibt der Anteil jedoch auch dort niedrig.

Angesichts der Ergebnisse fordert Tierschutz Austria eine verpflichtende Haltungskennzeichnung. Tausende Menschen unterstützen bereits die Petition "Haltungskennzeichnung.jetzt!", die ein leicht verständliches Ampelsystem für alle tierischen Produkte verlangt. Freiwillige Siegel oder Werbebegriffe wie "regional" oder "bäuerlich" würden laut der Organisation keine ausreichende Transparenz schaffen.

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Hanna Zamernik, Konsument:innenschutz- und Landwirtschaftssprecherin von Tierschutz Austria verweist darauf, dass derzeit günstiges Importfleisch – unter anderem infolge der Schweinepest in Ländern wie Spanien – den österreichischen Markt überschwemme und heimische Betriebe unter Druck setze.

Die Petition fordert, dass die Haltungsform künftig verpflichtend auf allen tierischen Produkten ausgewiesen wird – auch in der Gastronomie, in Großküchen und bei verarbeiteten Lebensmitteln. Besonders tierleidvolle Haltungsformen wie Vollspaltenböden oder Anbindehaltung sollen dabei klar als schlechteste Kategorie gekennzeichnet werden. Außerdem soll die öffentliche Hand bei Ausschreibungen verbindliche Tierwohlkriterien berücksichtigen.
Aber wenn doch das BIO-Siegel höhere Haltungsstandards gesetzlich vorschreibt, warum braucht es dann eine Haltungskennzeichnung?
Die Gründe sind vielfältig. Einer davon ist, dass erschreckenderweise selbst in der BIO-Haltung eine vorübergehende Anbindehaltung erlaubt ist. Ob ein Betrieb seine Tiere also zeitweise an einer Kette anbindet oder einen Laufstall zur Verfügung stellt, ist beim BIO-Siegel nicht ersichtlich. Viele denken auch, regionale Produkte wären automatisch besser, dem ist aber leider nicht so. Außerdem setzen viele Betriebe stark überzüchtete Tierrassen ein, die unter qualvollen Symptomen leiden. Auch dies sollte durch das Haltungskennzeichen deklariert werden.

Tierschutz Austria empfiehlt Konsument:innen angesichts der Ergebnisse außerdem, häufiger zu pflanzlichen Grillalternativen zu greifen. Vor allem Lidl bietet pflanzliche Grilloptionen, deren Preis sich meist kaum oder garnicht von tierischen unterscheidet und immer wieder selbst Fleischliebhaber:innen überzeugt. Aber auch Spar und Billa bieten gute pflanzliche Optionen.
Die Petition "Haltungskennzeichnung.jetzt!" braucht deine Unterstützung und ist auf tierschutz-austria.at abrufbar.