Politik-Insider

Top-Ärzte mit Reformvorschlägen

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Wenn die Regierung die Gesundheitsreform versenkt, fahre das System bald an die Wand.
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Zumindest in einer Frage sind sich Bund, Länder, Gemeinden, Experten, Ärzte und Spitäler einig: Wenn keine Gesundheitsreform kommt, dann fährt das Gesundheitssystem – freundlich ausgedrückt – gegen die Wand.

Trotzdem dürfte nach einem Jahr Verhandlungen nur eine Mini-Reform rauskommen, berichten gleich mehrere Insider. Die türkis-rot-pinke Regierung redet sich auf die Länder aus, die schieben wiederum – Überraschung! – den schwarzen Peter der ungeliebten Bundesregierung zu. Auf der Strecke bleiben Patienten und ein lange Zeit hervorragendes Gesundheitssystem.

Der Hintergrund: Die rote Gesundheitsministerin Korinna Schumann dürfte "weder in den eigenen Reihen, noch bei Experten Autorität ausstrahlen". Die schwarzen Bundesländer wiederum wollen die Verantwortung – eigentlich die Finanzierung – der Landes- und Gemeindespitäler dem Bund überlassen, da sie sich die vielen Spitäler nicht mehr leisten können. Das lehnen wiederum die Landeshauptleute von Wien, Michael Ludwig und Burgenland, Hans Peter Doskozil, ab.

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Die zwei Roten wollen weiter über die Gesundheitspolitik entscheiden können. Heißt: Es stehen weitere "Leistungskürzungen der Gesundheitskasse und höhere Beiträge an", berichten Verhandler. "Damit soll das System noch über Wasser gehalten werden.

Top-Herzchirurg: Schwerpunktspitäler

Der Leiter der Herzchirurgie am Wiener AKH, Daniel Zimpfer, macht im oe24-Talk Vorschläge wie man reformieren könnte: Man bräuchte „Schwerpunktspitäler, weil es entscheidend" sei, dass Spitäler "viel Praxis und Routine haben". Übersetzt: Kleinere Spitäler müssten geschlossen werden – da sind sich übrigens sämtliche Experten einig – um "effizienter zu arbeiten", ist sich auch AKH- und Med-Uni-Wien Rektor Markus Müller mit Zimpfer einig. Müller warnt im oe24-Gespräch zudem vor geplanten Kürzungen im Wissenschaftsbereich.

Das würde sonst "bis zu 200 Ärzte weniger bedeuten". Dann könnte das System nicht mehr aufrechtzuerhalten sein. Zumindest in diesem Punkt zeigen oe24-Recherchen, dürften die roten Minister Eva Maria Holzleitner und Markus Marterbauer ihre Sparpläne aber reduziert haben. Wohl auch auf massiven Druck jener Landeschefs mit Uni-Spitälern - also Wien, Linz, Graz und Innsbruck.

Regierung hofft auf Roboter & Digitales

ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker - vor einem Jahr noch hoffnungsfroh, dass er eine echte Reformen zustande bringen könnte – will bei einem Gipfel einen neuerlichen Anlauf starten. Sein Zugang dürfte "Finanzierung aus einer Hand im Bund" und Einsparungen der Leistungen sein.

Schumann wiederum habe anfänglich auch ähnliches gewollt, sei aber rasch an den roten Landeschefs zerschellt. Sie glaube jetzt, dass man mit Digitalisierung und Robotisierung – hier hofft man mit Robotern die Pflegekrise lösen zu können – den Aufprall verhindern könnte. "Geht nicht", warnen ziemlich viele Ärzte hinter den Kulissen. Bob Djavan, Urologe in einem Privatspital schlägt via oe24 vor, dass Privatspitäler auch in der öffentlichen Betreuung einspringen und die Politik dafür die Kosten übernehme. Das sei günstiger und effizienter.

Und Gesundheitsökonomen wollen die Dienstzeiten von Gemeindespitals-Ärzten normalisieren. Primarärzte müssen nur bis 12 Uhr, Oberärzte bis 13 Uhr arbeiten und können dann in Privatordis weitermachen. Stattdessen sollte man Spitalsärzten Kassenverträge geben, schlägt bereits seit längerem Kardiologie-Chefin Diana Boderman vor.