Stocker

Trotz Kanzler-Versprechen: Zukunftsdepot doch nicht ganz steuerfrei

© IMAGO/Bernd Elmenthaler
Für das Zukunftsdepot fallen also doch Steuern an - zumindest auf Dividenden und laufende Zinsen.
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Steuerbefreit oder steuerbegünstigt? Am Samstag einigte sich die Regierung auf das von ÖVP-Kanzler Christian Stocker forcierte Zukunftsdepot. Dabei sprach er von einer Steuerbegünstigung - entgegen seiner ursprünglichen Ankündigung vom Sommer, dass es steuerbefreit sei.

Auf Nachfrage eines Journalisten korrigierte Stocker dann: "Es ist steuerbefreit, es ist gebührenbefreit und es ist spesenbefreit". Jetzt kommt allerdings heraus: Ganz so dürfte das nicht stimmen.

Nur Wertzuwachs ist KESt-befreit

Denn die Befreiung von der Kapitalertragsteuer (27,5 %, KESt) gilt nur auf die Wertzuwächse bis zum 18. Geburtstag. Für laufende Zinsen oder ausgeschüttete Dividenden gilt das nicht. Der Wertzuwachs, der dann KESt-befreit ist, sollte im Regelfall allerdings den größten Anteil der Gesamtrendite ausmachen.

Depot gratis, aber Kosten können anfallen

Und: Das Depot muss von den Banken zwar gratis angeboten werden, weitere Kosten können aber sehr wohl anfallen, limitiert auf ein Prozent jährlich. Dadurch sollen etwa Ordergebühren, also Kosten, die beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren anfallen, abgebildet werden.

Letzteres zielt vor allem auf mögliche anfallende Ordergebühren ab, also Kosten, die beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren entstehen.

500 Euro Startbonus vom Staat

Grundsätzlich sieht das "Zukunftsdepot" ab 1. Juli 2027 einen Startbonus von 500 Euro für alle ab Jänner Geborenen vor. Das Geld ist bis zum 18. Geburtstag gebunden; auch danach kann das Depot weitergeführt werden. Wenn die Eltern kein Depot anlegen, wird das Geld im Bundesschatz veranlagt.

Für die kommenden beiden Jahre sind jeweils 40 Millionen Euro budgetiert. Damit soll der Startbonus abgedeckt werden. Als KESt-Entgang werden jährlich maximal 20 Mio. Euro angenommen, allerdings nicht in der Anlaufphase.

Grünen-Kritik an Zukunftsdepot

Kritik kam indes von den Grünen. Finanzsprecherin Nina Tomaselli beklagte, dass bisher noch kein Gesetzesentwurf vorliegt und warnt vor finanziellen Risiken: "Die Regierung verspricht Geldvermehrung im Schlaf. Wer das Risiko trägt und wie das Vermögen der Kinder geschützt wird, bleibt offen".

Mündelsicherheit ist beim Zukunftsdepot dezidiert nicht gegeben. Stattdessen setzt man auf eine breite Risikostreuung. So könne etwa nicht in einzelne Aktien oder Kryptowährungen investiert werden, dafür aber in ETFs oder den Bundesschatz.