Exportverbot

Trumps Diesel-Diktat: Steigt Preis bei uns auf 4 Euro?

© IMAGO/ZUMA Press Wire
US-Präsident Donald Trump will nun die Dieselproduktion im Land behalten: Am Dienstag sagte er am Rand der UN-Vollversammlung, er lasse ein Ausfuhrverbot planen. Fällt aber der US-Export weg, könnten die Weltmarktpreise wegen der unelastischen Nachfrage um bis zu 100 Prozent steigen.
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"Ein Diesel-Exportverbot würde die globalen Preise zunächst explodieren lassen. Wegen der geringen Preiselastizität der Nachfrage könnte ein Ausfuhrstopp die Weltmarktpreise um bis zu 100 Prozent steigern", wird der bekannte Energieökonom Philip Verleger aktuell von reuters zitiert. Falls sich diese Prognose im europäischen ARA-Preis niederschlägt und dazu Steuern sowie die bekannte Marge oben draufkommen, wäre ein Preis von mehr als 4 Euro pro Liter Diesel dann in Deutschland möglich.

Deutschland hängt am Markt in Rotterdam

Für Deutschland wäre dieses jetzt geplante Embargo eine wirtschaftliche Extrembelastung: Die USA exportierten im August 1,6 Millionen Barrel Diesel am Tag, vor dem Iran-Krieg Ende Februar waren es etwa eine Million. Käufer sind vor allem Mexiko, Brasilien, Chile, Peru, Marokko, Frankreich und Großbritannien. Der europäische Markt hängt am Hub Amsterdam–Rotterdam–Antwerpen (ARA).

Das Worst-Case-Szenario für Deutschland und Österreich: Bauern, Spediteure und Industrie können die benötigten Dieselmengen kurzfristig kaum ersetzen. Fällt der große US-Export (aktuell 1,6 Millionen Barrel pro Tag) weg, müssen Europa, Lateinamerika und andere Käufer um den Rest kämpfen. Dann explodiert der Weltmarktpreis.

Der Druck auf Trump zur Durchsetzung des Exportverbots kommt aus den eigenen Reihen: Senator Chuck Grassley (Iowa) und Abgeordnete wie Ashley Hinson verlangen dieses Verbot. Mehrheitsführer John Thune zeigte sich offen. Gegenstimmen dazu kommen aus ölreichen Staaten: Lisa Murkowski nannte den Effekt kurzfristig und gering, John Cornyn ein "Gimmick". Innenminister Doug Burgum hatte zuvor gesagt, ein Verbot lohne sich nur, wenn es tatsächlich die Preise in den USA senke. Energy Secretary Chris Wright und Raffinerievertreter argumentieren ähnlich.