klimakrise
Unsere Erde in Flammen: Tiere lebendig verbrannt
Indonesien
In der indonesischen Stadt Palangkaraya wurden rund 120 Feuer in der Region gemeldet, mindestens 55 Hektar Land sind bereits verbrannt. Besonders betroffen sind trockene Torfgebiete und Wälder – wichtige Lebensräume für zahlreiche Tierarten wie Orang-Utans, Vögel und andere Wildtiere. Viele natürliche Wasserquellen sind ausgetrocknet, weshalb Einsatzkräfte erst neue Brunnen bohren müssen, um die Flammen zu bekämpfen.
Algerien
Besonders dramatisch ist die Situation in Algerien. Die Zivilschutzbehörde meldete innerhalb weniger Tage 120 bis 130 Brände in verschiedenen Regionen. Die Brände zerstörten ganze Landstriche – darunter auch einen Bauernhof. Als der algerische Landwirt Hamza Mahmoudy nach dem Feuer zurückkehrte, fand er seine Tiere tot vor.
"Hier waren 20 Schafe und Ziegen, außerdem Heu. Auch der Esel ist verbrannt, seine Knochen sind geschmolzen und auch die Knochen der Tiere. Das Feuer war so stark, dass sogar das Eisen geschmolzen ist."
Die Tiere hatten keine Chance, den Flammen zu entkommen. Auf dem Hof blieben nur verkohlte Körper und zerstörte Stallungen zurück.
Kanada
In British Columbia, Kanada, färbte dichter Rauch von zahlreichen Waldbränden den Himmel orange. Es ist eine der intensivsten Feuersaisons der vergangenen Jahre. Fast 34.000 Blitzeinschläge lösten zahlreiche Brände aus, aktuell sind rund 90 Feuer aktiv, die den Lebensraum zahlreicher Tiere verwüstet.
Türkei
Im Südwesten der Türkei hat ein großer Waldbrand Landwirtschaftsflächen erfasst und sich anschließend auf Waldgebiete ausgebreitet. Viele Tiere verlieren durch die Brände Nahrung, Rückzugsorte und Schutz.
Italien
In Italien untersuchen die Behörden mutmaßliche Brandstiftungen, bei denen Katzen als lebende Brandbeschleuniger missbraucht worden sein sollen. Nach Angaben eines regionalen Zivilschutzvertreters sollen Tiere mit brennbaren Materialien präpariert worden sein und dadurch Feuer verbreitet haben. Bestätigt ist dieser Vorwurf bislang jedoch nicht, die Ermittlungen laufen. Tierschutzorganisationen haben die mutmaßliche Tierquälerei verurteilt, Anzeige erstattet und eine lückenlose Aufklärung gefordert.
Griechenland
Auch Griechenland kämpft gegen das Feuer. Besonders Jungtiere und Arten, die sich nur langsam bewegen können, verbrennen oft. Aber auch manche Haustiere werden ohne Möglichkeit selbst zu flüchten in den Flammen zurückgelassen. Auf Instagram zeigt ein Video von "Pawersome Planet" wie ein Polizeibeamter während der Evakuierung einen angeketteten Hund entdeckte und befreite.
Spanien
In Spanien haben die Brände besonders große Naturflächen verwüstet. Eine Urlauberin aus Madrid, die sich während des Brandes in El Tiemblo aufhielt, kennt die Gegend seit Jahren und ist erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung.
"So viel Zerstörung. Mehr, als man sich vorstellen kann. Wir lieben diesen Ort, die Wildtiere und alles, was dazugehört. Wir haben den Tieren immer Futter gebracht, weil sie hier zuhause sind. Sie gehören zu diesem Land. Sie haben uns sogar berühren lassen. Ich habe Hunderte Fotos mit den Hirschen. Und schaut, wo sie heute liegen."
Die Flammen sind teils kaum zu bewältigen und breiten sich rasch aus. Die Augenzeugin sagt: "Das ist das Schlimmste. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas erleben würde. Ich habe schon viele Waldbrände erlebt, weil ich aus Sotillo de la Adrada komme. Aber ich dachte, so etwas würde hier nie passieren. Und jetzt ist es doch geschehen."
Manche andere Tiere, die zwar verletzt aber noch am Leben sind, werden teils gerettet. Auf Instagram zeigt "Yoann la touche" die ersten Rettungseinsätze, die für Tiere in Spanien begonnen haben. Mehrere Anwohner flüchten gemeinsam mit ihren Pferden ins Wasser, um dem Waldbrand in Spanien zu entkommen.
Doch auch andere Methoden wirken vielversprechend. Eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas, der Donana Nationalpark in Südspanien wurde durch 18 hungrige Esel geschützt.
Die geretteten Tiere fressen trockenes Buschwerk rund um den Nationalpark und reduzieren damit genau jenes Pflanzenmaterial, das Waldbrände antreiben kann. Esel sind von März bis November draußen und erreichen auch steile Gebiete, die für Fahrzeuge schwer zugänglich sind. Während des Projekts wurde in dem geschützten Gebiet neun Jahre lang kein Waldbrand registriert.
Auch andere Regionen Spaniens setzen inzwischen auf ähnliche Beweidungsprogramme – ein Beispiel dafür, wie eine alte landwirtschaftliche Praxis helfen kann, eine moderne Bedrohung durch die Klimakrise zu bekämpfen.
Nichtsdestotrotz zeigt die zunehmende Zahl extremer Brände: Es ist höchste Zeit, Maßnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen, um zukünftige weitere Schäden zu vermeiden.
Portugal
Auch in Portugal bedrohten Feuer Wälder und landwirtschaftliche Gebiete. Für Tiere auf Weiden oder in Stallungen besteht dabei eine besondere Gefahr: Sie können oft nicht fliehen und verbrennen in den Flammen.
Frankreich
In Frankreich nehmen viele Menschen ihre Tiere mit in Sicherheit. Eine Bewohnerin aus Saint-Jean-d’Illac erzählt, dass sie zuerst ihre Katzen und ihren Hund rettete:
"Als ich gegangen bin, war da Rauch, aber auch sehr viel Asche. Und wenn Asche da ist, ist das Feuer wirklich sehr nah. Deshalb habe ich zuerst die Tiere vorbereitet, sie ins Auto gesetzt und mich dann selbst fertig gemacht."
In der Notunterkunft in Bordeaux lebt sie nun gemeinsam mit ihren Tieren. Die Behörden haben auch die Versorgung der Haustiere organisiert – darunter Tierarztbesuche und Medikamente.
"Ich bin überrascht, aber angenehm überrascht, denn ich habe das Gefühl, dass wir extrem gut betreut werden. Wir wurden in allen Bereichen unterstützt, in denen wir Hilfe brauchen könnten. Und für mich ist die Unterstützung mit meinen Tieren sehr wichtig."
Auch Kroatien ist von den Bränden erfasst. Ebenso Schottland und Norwegen.
Großbritannien
In Großbritannien sind empfindliche Ökosysteme betroffen, in denen zahlreiche kleinere Tierarten auf intakte Landschaften angewiesen sind.
Deutschland
In Deutschland brannten wertvolle Naturgebiete, wie der Müritz-Nationalpark.
Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 02.08.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 09.08.2026, 18:30 Uhr.
Ursache
Doch was ist die Ursache für die derzeitige Lage? Sind die Brände tatsächlich auf die Klimakrise zurückzuführen?
Die meisten Waldbrände entstehen nicht einfach von selbst. In der EU sind nach Angaben der Europäischen Union vom Juli 2026 rund 90 Prozent der Waldbrände auf menschliche Ursachen zurückzuführen. Dazu zählen fahrlässig und absichtlich gelegte Feuer. Nur ein kleiner Teil entsteht durch natürliche Ursachen wie Blitze. Ausnahme ist die kanadische Provinz British Columbia: Dort werden rund 60 Prozent der Brände durch Blitze ausgelöst und nur 40 Prozent durch Menschen. Doch die Frage ist nicht nur, wer oder was ein Feuer entzündet. Entscheidend ist auch, warum sich die Brände derzeit so schnell ausbreiten und dabei immer größere Flächen zerstören. Hier spielt die Klimakrise eine wichtige Rolle. Expert:innen zufolge führen steigende Temperaturen und häufiger auftretende intensivere Trockenperioden dazu, dass Böden und Vegetation stärker austrocknen und leichter entzünden. Besonders deutlich zeigt sich das im Mittelmeerraum. Im Frühjahr wachsen Grünflächen, die im Sommer bei großer Hitze und anhaltender Trockenheit austrocknen. Das trockene Gras, Gebüsch und Holz bilden dann leicht brennbares Material. Wird in der Zeit Feuer gelegt, kann es sich unter diesen Bedingungen besonders schnell ausbreiten. Die Klimakrise ist also nicht zwangsläufig die unmittelbare Ursache dafür, dass ein bestimmtes Feuer entsteht. Sie begünstigt jedoch die Bedingungen, unter denen Brände entstehen und sich ausbreiten.
Präventive Maßnahmen
Kalifornien setzt sich mit der Frage auseinander, wie große Waldbrände in Zukunft verhindert werden können. Eine Studie zeigt: Kontrollierte, gezielte Brände können riesige Mammutbäume besser vor verheerenden Waldbränden schützen. Brennbares Material wird dadurch reduziert.
Doch auch andere Methoden wirken vielversprechend. Eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas, der Donana Nationalpark in Südspanien wurde durch 18 hungrige Esel geschützt.
Die geretteten Tiere fressen trockenes Buschwerk rund um den Nationalpark und reduzieren damit genau jenes Pflanzenmaterial, das Waldbrände antreiben kann. Esel sind von März bis November draußen und erreichen auch steile Gebiete, die für Fahrzeuge schwer zugänglich sind. Während des Projekts wurde in dem geschützten Gebiet neun Jahre lang kein Waldbrand registriert.
Auch andere Regionen Spaniens setzen inzwischen auf ähnliche Beweidungsprogramme – ein Beispiel dafür, wie eine alte landwirtschaftliche Praxis helfen kann, eine moderne Bedrohung durch die Klimakrise zu bekämpfen. Nichtsdestotrotz zeigt die zunehmende Zahl extremer Brände: Es ist höchste Zeit, Maßnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen, um zukünftige weitere Schäden zu vermeiden.