Work-Life-Balance

Unternehmer tobt: "Friseurlehrling wollte ins Home-Office"

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Der Unternehmer Peter Schaider bildete schon mehr als 2000 Lehrlinge aus. Mittlerweile äußern Menschen im Vorstellungsgespräch teils kuriose Wünsche zur Work-Life-Balance, erzählt er im oe24.TV-Interview.
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Der Unternehmer Peter Schaider bildete schon mehr als 2000 Lehrlinge aus. Heute führen sein Sohn und er einen der größten Friseurbetriebe Österreichs. Der gebürtige Niederösterreicher besitzt und betreibt auch die Wiener Einkaufszentren Auhof Center und Riverside.

Zur aktuellen Debatte um Öffnungszeiten im Handel sagt Schaider: "Ich meine vier bis sechs oder acht Sonntage im Jahr wären auf jeden Fall ganz toll, weil es hat früher den goldenen und den silbernen Sonntag gegeben vor Weihnachten. Das sind für mich Musstage, dass man die aufsperrt. Dann gibt es Black Friday, das Wochenende könnte man auch aufsperren. Dann gibt es auch Ostern, also ich würde sagen, vier bis sechs Sonntage im Jahr wäre eine tolle Sache."

Würden die Mitarbeiter das mitmachen? Schaider glaubt, dass die Mitarbeiter dafür seien. Denn die Mitarbeiter müssten die Möglichkeit haben, dass sie Geld verdienen und dabei mehr als sonst bekommen.

“Vor allem die ganzen Studenten, da tun eh viele nichts. Wie schön wäre es, wenn der zumindest jeden Samstag arbeiten gehen kann. Oder arbeitet halt einige Sonntage. Ich glaube die Leute sind willig, wenn sie es bezahlt bekommen.”

Unternehmer Peter Schaider zu Öffnungszeiten am Wochenenden

In der Friseurbranche der größte Lehrlingsausbilder in Österreich

Schaider ist mit seinen Friseur-Salons in der Friseurbranche der größte Lehrlingsausbilder in Österreich.

Mittlerweile sieht er das skeptischer... "Früher hast du eine Erfolgsquote gehabt bei Lehrlingen. Von 10 Lehrlingen sind 8 erfolgreich geworden. Heute hast du eine Erfolgsquote, dass von 10 nur 5 durchkommen." Vor allem die Einstellung, die Motivation, eine Dienstleistung zu vollbringen, habe nachgelassen. "Man muss beibringen zu grüßen, dass man dabei einen Händedruck ausübt, lächelt, in die Augen schaut", sagt Schaider.

Homeoffice für Lehrling

"Es gibt Lehrlinge, die kommen und fragen, ob es auch einen Tag Homeoffice gibt?", erzählt der Chef. Es müssten auch die Eltern dahinter sein. "Wir nehmen immer die Eltern noch dazu zum Vorstellungsgespräch. Nur viele Eltern kommen gar nicht mehr", sagt Schaider.

Viele seien auch lange im Krankenstand, obwohl sie nicht krank seien und Disko-Fotos posten würden. "Diese Lehrlinge wird man aber nicht los." Ein Lehrling koste sehr viel, wendet Schaider ein.

Aber auch bei älteren Arbeitnehmern gebe es Probleme. Grundsätzlich seien die älteren die besten Mitarbeiter. "80% der Leistungsträger sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. Und da sind wir auch wirklich sehr stolz und pflegen diese Leute."

Er wollte mehr ältere Menschen aufnehmen, aber mehrere die vom AMS kamen wollten "nur einen Stempel" und eine andere habe gefragt, ob sie alle paar Monate auf Kur fahren könne. So ginge es auch nicht, zweifelt Schaider insgesamt an der heutigen Leistungsbereitschaft bei vielen Menschen in Österreich. Ein Sozialstaat, der das Nicht-Arbeiten belohne, sei eines der Probleme. Seine Lösung: "Man müsste die Leute ganz einfach zwingen, dass man ihnen weniger Geld gibt. Dann gehen sie auch wieder arbeiten."