Trend-Wende
Völlig neue Wiesn-Gäste überrollen heuer das Oktoberfest
München rüstet sich für die sogenannte fünfte Jahreszeit, denn das größte Volksfest der Welt steht unmittelbar vor der Tür. Am Samstag, dem 19. September 2026, wird die Theresienwiese offiziell für Millionen Besucher freigegeben. Pünktlich um 12:00 Uhr mittags wird der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause die Wiesn mit dem traditionellen Anstich in der Festhalle Schottenhamel eröffnen. Mit dem weltbekannten Ruf "O‘zapft is!" startet dann der mehrwöchige Ausnahmezustand in der bayerischen Landeshauptstadt. Für den frischgebackenen Stadtchef ist es eine echte Premiere in dieser prestigeträchtigen Rolle, die weltweit von Millionen Menschen mitverfolgt wird.
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Während die Festwirte die letzten Vorbereitungen in den riesigen Zelten treffen, liefert eine aktuelle Daten-Analyse der Reisesuchmaschine KAYAK bereits vorab spannende Einblicke in den heurigen Gästemix. Die Experten haben dafür die internationalen Suchanfragen für Flüge nach München im Zeitraum rund um das Oktoberfest genau untersucht und mit dem Vorjahr verglichen. Die Ergebnisse lassen klare Rückschlüsse darauf zu, welche Nationen heuer besonders stark auf den Bierbänken vertreten sein werden.
KAYAK-Flugdaten enthüllen unerwarteten Polen- und Brasilien-Boom
Das verblüffende Ergebnis der Datenanalyse zeigt, dass sich die klassischen Herkunftsländer der internationalen Gäste heuer deutlich verschieben könnten. Den mit Abstand stärksten Zuwachs verzeichnet demnach Polen. Die Suchanfragen nach Flügen von Polen nach München während des Oktoberfestes stiegen im Vergleich zum Vorjahr um sensationelle 52 Prozent an. Das ist der höchste Anstieg unter allen in der Analyse berücksichtigten Ländern weltweit.
Gleich dahinter folgt eine weitere große Überraschung: Auch das Interesse in Südamerika ist sprunghaft angestiegen. Die Flugsuchanfragen aus Brasilien in Richtung München verzeichneten heuer ein sattes Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Hier sind die wachstumsstärksten Aufsteiger-Länder für die Wiesn 2026 im Überblick:
- Polen: +52 Prozent mehr Suchanfragen im Vergleich zum Vorjahr
- Brasilien: +44 Prozent Anstieg bei den Flugrecherchen
- Norwegen: +26 Prozent Zuwachs bei den Reisesuchen
- Estland: +16 Prozent Steigerung der Nachfrage
- Schweiz: +12 Prozent mehr Suchanfragen für den Flugweg
Ein Blick auf die offiziellen Besucherstatistiken der Stadt München
Um diese Zahlen richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Statistiken der Stadt München aus dem vergangenen Jahr. Die große Mehrheit der Oktoberfest-Besucher reist nämlich gar nicht aus der Ferne an. Im Jahr 2025 kamen satte 41 Prozent der Gäste direkt aus München selbst, weitere 25 Prozent stammten aus dem direkten Münchner Umland. Der Anteil der internationalen Touristen lag insgesamt bei rund 21 Prozent der Gesamtbesucher.
Innerhalb dieses internationalen Segments dominierten im Vorjahr ganz andere Nationen. Den größten Anteil an ausländischen Wiesn-Gästen machten 2025 Besucher aus den USA mit 19,9 Prozent aus, gefolgt von Italien mit 13,4 Prozent und Großbritannien mit 11,8 Prozent. Auch Österreich lag mit 9,4 Prozent im absoluten Spitzenfeld der internationalen Gäste. Polen machte im Vorjahr lediglich 7 Prozent aus, während die Schweiz auf 4.7 Prozent und Brasilien auf magere 1,7 Prozent kamen. Norwegen und Estland wurden in den offiziellen Listen der Stadt nicht einmal separat ausgewiesen.
Warum viele Österreicher und Italiener in keiner Flugstatistik auftauchen
Dass klassische Wiesn-Nationen wie Österreich oder Italien in der aktuellen KAYAK-Fluganalyse nicht aufscheinen, hat einen ganz einfachen, pragmatischen Grund. Aufgrund der geografischen Nähe zu Bayern wählen Gäste aus diesen Ländern für die Anreise nach München so gut wie nie das Flugzeug. Die überwiegende Mehrheit der österreichischen und italienischen Wiesn-Fans reist bequem und umweltfreundlich mit der Bahn, dem eigenen Auto oder organisierten Busreisen an.
Aus diesem Grund bleiben die Suchanfragen nach Flügen aus diesen Nachbarregionen traditionell auf einem stabilen, aber im Vergleich zu Übersee-Flügen eher vernachlässigbaren Niveau. Ob der massive Anstieg der Flugsuchanfragen aus Polen, Brasilien oder den skandinavischen Ländern heuer tatsächlich zu einer spürbaren Verschiebung des Gästemixes in den Festzelten führen wird, lässt sich naturgemäß erst nach dem Ende des Oktoberfests final beantworten. Die Vorfreude auf ein buntes, internationales Fest ist jedenfalls in ganz München bereits riesengroß.