Schock in Berlin

"Vollkatastrophe" – Hacker stehlen geheime Regierungspläne

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Hacker haben nach einem abgelaufenen Ultimatum sensible Daten aus dem Berliner Landesnetz im Darknet veröffentlicht. Zuvor war ein gefordertes Lösegeld nicht gezahlt worden.
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Deutschland. Wie deutsche Medien berichten, hat die kriminelle Hacker-Gruppe "Rhysida" sensible Daten aus dem Berliner Landesnetz ins Darknet gestellt. Zuvor hatten die Täter vom Berliner Senat ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoin (umgerechnet rund zwei Millionen Euro) gefordert. Nach dem Ablauf des Ultimatums machten die Erpresser ihre Drohung wahr und veröffentlichten den erbeuteten Datenbestand online. Der Vorfall könnte weitreichende Folgen haben.

Daten im Netz – "Die absolute Vollkatastrophe"

Der Investigativjournalist Lars Winkelsdorf, der die Daten gesichtet hat, warnt auf X vor der akuten Gefahr: "Die absolute Vollkatastrophe ist eingetreten." Die Veröffentlichung sei "schlimmer als alle bisherigen Terroranschläge zusammen". Es seien neben Unterlagen zu LKA-Ermittlungen auch Pläne für den Verteidigungsfall, geheime Kommunikationswege der Bundesregierung für den Fall des Weltuntergangs und Notfallpläne von Behörden öffentlich einsehbar. Der Angriff habe ein "staatsgefährdendes Ausmaß". Auch zahlreiche Telefonnummern und Wohnadressen gehören zu dem Leak.

Das Problem sei: "Jeder Spinner hat jetzt eine Bedienungsanleitung, wie man innerhalb von zwei Tagen die komplette Infrastruktur des Landes lahmlegen kann", sagt Winkelsdorf gegenüber "Bild".

Winkelsdorf bekräftigte gegenüber der Zeitung, dass aus dem Leak verheerende Terroranschläge folgen könnten. Auch im Kriegsfall sieht er schwarz und warnt, dass man bereits verloren haben könnte.

Große Sorge bei Politikern

CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter zeigte sich ebenfalls besorgt über die Situation. Er betonte gegenüber der "Bild", dass es gravierend wäre, wenn Kommunikationswege und Krisenpläne offen lägen. "So etwas hätte nie passieren dürfen", so Kiesewetter.

Experten bewerten Folgen unterschiedlich

Nicht alle Experten teilen diese drastische Einschätzung. Joachim Selzer, Sprecher des "Chaos Computer Clubs", erklärte der dpa, dass die Daten zwar bei entsprechender krimineller Energie interessant sein können, er die Konsequenzen jedoch eher mittelfristig erwartet.

Unter den einsehbaren Daten sei zum Beispiel der Antrag auf ein neues Handy samt der Unterschrift des Verwaltungsmitarbeiters. "Das heißt, ich habe schon mal Unterschriftenproben, das ist für manche Kriminelle ja ganz praktisch", sagte Selzer.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) selbst wies laut "Focus online" darauf hin, "dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können." Ein Sprecher des Bundesamtes weiter: "Darüber hinaus können Daten, die Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen enthalten, je nach Sensibilität der Daten ebenfalls eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken."