Slzbg. Zur Erinnerung: In der Nacht auf Montag zwischen 2 und 4 Uhr in der Früh in der gar nicht stockdunklen Nacht - es war, und das ist eines der wichtigsten Details, noch mitten in der Vollmondphase - wurde der Robinson R44 Hubschrauber, den das Rundflug-Unternehmen von Ex-Skisprungstar Thomas Morgenstern betreibt und einem Salzburger Gastronomen gehört, dreist aus einem Hangar am Flugplatz Mauterndorf im Salzburger Lungau gestohlen.
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Lokale Webcams ausgeschaltet
So etwas hat es noch nicht gegeben: Dass offenbar eine hochversierte Bande - die neben einem Piloten auch einen Komplizen mit Kenntnissen in Flugzeug- und Heli-Mechanik dabei gehabt haben muss und vermutlich von weiteren Komplizen zielgenau zum Hangar chauffiert worden waren - von dort einen der auffälligsten Helis überhaupt im Breitling-Design entwendeten bzw. entwenden konnten.
Wie nach und nach durchsickert, haben die Täter ihren Coup minutiös durchgezogen, schalteten zunächst die Sicherheitskameras am Flughafen aus und deckten alle lokalen Webcams ab, sodass die Startrichtung nicht erkennbar war.
Spur führt nach Albanien oder Nordmazedonien
Vor dem Start wurden der Transponder und der ELT, ein Gerät zur Ortung des Hubschraubers in Notfällen, aus dem Hubschrauber ausgebaut. Dann stahlen die nächtlichen Einbrecher 365 Liter Kerosin von der Flughafentankstelle, obwohl der Standardtank des R44 nur etwa 170 Liter fasst. Das kann nur eines bedeuten: Das Ziel war mitnichten Kroatien, wo die Täter (etwa auf der Insel Pag) bei einem Zwischenstopp nachgetankt haben, um danach nach Albanien oder Nordmazedonien weiterzufliegen. Mit 365 Liter Kerosin kommt man mit dem R44 bis zu 1.300 Kilometer weit.
Heli ist nicht für Nachtflüge zugelassen
Übrigens: Nach dem Diebstahl stellte die Heliklau-Bande einen am Flughafengelände abgestellten Kerosin-Transportwagen wieder zurück an seinen Platz, rollte den Kraftstoffschlauch auf und schloss die Tür, offenbar um ihre Spuren zu verwischen und die Entdeckung des Einbruchs zu verzögern, berichtet die Kleine Zeitung.
Das ärgste Detail, das zeigt, dass hier nach einem ausgeklügelten Plan zugeschlagen wurde, ist der Umstand, dass der Morgenstern-Heli nicht für Nachtflüge zugelassen ist und auch nicht über die für einen solchen Flug erforderliche Ausrüstung verfügen soll, sodass die Diebe angeblich bei praktisch "blinden" Sichtverhältnissen über die Alpen flogen und sich dabei auf das starke Licht der Vollmondphase verließen, das das Gelände in jener Nacht erhellte. Zur Erklärung: Die Mondscheibe wirkt mehrere Nächte lang hell und rund, besonders am 25., 26. und auch noch in der Nacht auf den 28. September.
Hat das Bundsheer Coup verschlafen?
Und noch ein Detail regt zum Nachdenken an: Die Information, dass OE-XHK Kroatien erreicht hatte, stammte laut Flugexperten weder von Flightradar24 noch von FlightAware, noch aus der Überwachung von ADS-B-Signalen. Das Breitling-Hubschrauber blieb für die zivilen Flugdienste unsichtbar, da Transponder und ELT zuvor entfernt worden waren. Also muss er von Zeugen z.B. beim Nachtanken in Kroatien beobachtet worden sein. Der Helikopter kostet neu 700.000 bis 800.000 Euro. Der R44 soll auch auf Diebstahl (Zeitwert) versichert sein.
Wir wissen gar nichts. Wir wissen auch nicht, wer sich so etwas traut", sagte Aster. "Die Maschine ist wie vom Erdboden verschwunden. Das ist wie ein Krimi für uns. Wie kann ein Helikopter durch halb Europa fliegen, und es fällt keinem auf - wo man heutzutage jede Drohne orten kann. Unsere Luftraumüberwachung hat da ein bisschen versagt." Das einzige, was er bisher erfahren habe sei, dass der Hubschrauber über die Steiermark und Kärnten geflogen sei und Österreich dann in Richtung Süden verlassen habe.
Die Polizei habe der Austro Control um 2.15 Uhr gemeldet, dass der Hubschrauber gestohlen worden sei, sagte der Sprecher von Austro Control, Markus Pohanka, der APA. Die Austro Control könne über Sekundärradaranlagen Flugzeuge orten, wenn der Transponder eingeschaltet ist. Falls er ausgeschaltet ist, habe das Bundesheer die Möglichkeit, Flugzeuge mit Primärradar zu orten. Hat das Militär den Coup verschlafen?