Austro-Firma

VTA entfernt Mikroplastik und PFAS-Rückstände aus Wasser

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Die Nanocarbon-Methode von VTA wird in Österreich bereits in rund 100 von 2.000 Kläranlagen eingesetzt.
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Die oberösterreichische Abwasserentsorgungsfirma VTA mit Sitz in Rottenbach (Bezirk Grieskirchen) will mit ihrer Nanocarbon-Methode Mikroplastik und PFAS-Rückstände aus Wasser entfernen - und das effizienter und kostengünstiger als bestehende Verfahren. Man übernehme dafür auch die Garantie, so Firmengründer Ulrich Kubinger in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz.

Konkret geht es um die Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) der EU, die bis Mitte kommenden Jahres in nationale Gesetze gegossen sein sollte und die Betreiber von Kläranlagen verpflichtet, mindestens 80 Prozent der Mikroschadstoffe zu entfernen.

Hier würden viele Betreiber auf die sogenannte vierte Reinigungsstufe mit Ozonierung oder Aktivkohlefilter setzen, erklärte Kubinger. Ein Problem: Der Bau sei teuer und überfordere die kommunalen Haushalte.

Flüssige Suspension statt vierter Reinigungsstufe

VTA will mit seiner Nanocarbon-Methode, die in Österreich bereits in rund 100 von 2.000 Kläranlagen - und auch international - zum Einsatz komme, eine Alternative anbieten. Vereinfacht gesagt, wird eine flüssige Suspension ins Kläranlagenbecken zugegeben, die Mikroplastik laut bisherigen Messreihen des Unternehmens zu 95 Prozent und PFAS zu 85 Prozent eliminiert. Mittlerweile wurde ein weltweites Patent angemeldet. Die Investitionskosten seien bei einer Kläranlage für 100.000 Einwohner mit 350.000 bis 500.000 Euro deutlich niedriger als für die vierte Reinigungsstufe, deren Kosten VTA mit 6 bis 9,5 Mio. Euro beziffert.

Kubinger, der seit Jahrzehnten in diesem Bereich arbeitet und forscht, kritisiert, dass es für Mikroplastik und PFAS nur Richtwerte und keine echten Grenzwerte gebe, obwohl sie ein "Krebsturbo" seien. Eine besonders große Quelle sei der Reifenabrieb, der über den Kanal schließlich in der Kläranlage lande. Werden diese Partikel dort nicht zur Gänze entfernt, gelangen sie weiter in den Wasserkreislauf, später ins Trinkwasser und schließlich in den menschlichen Organismus.

Brauch- statt Trinkwasser

Der VTA-Gründer plädiert zudem dafür, dass man weniger Trinkwasser verschwendet und stattdessen - beispielsweise für Toilettenspülungen - Brauchwasser nutzt. Aus Kläranlagen sollen seiner Ansicht nach "Wasserzentren" werden, die "ordentliches Brauchwasser" liefern. Hier kündigte er ein Pilotprojekt in Oberösterreich an.