"Übles Foul"

VW kündigt fast alle Tarifverträge

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Die Gewerkschaft tobt, droht jetzt ein Riesenstreik?
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Die deutsche Automobilbranche kommt nicht mehr zur Ruhe. Am Mittwoch sorgte das Management des Volkswagenkonzerns für den nächsten Paukenschlag: Bei einem Treffen mit Betriebsrat und der IG Metall verkündete VW fast alle Tarifverträge streichen zu wollen.

Die Verträge sind fristgerecht bis zum 31. Dezember gekündigt worden, teilte das Unternehmen mit. Der VW-Haustarif besteht gesamt aus 13 einzelnen Verträgen, welche für die in Deutschland 100.000 Beschäftigten gelten. Wie die IG Metall mitteilte, habe der Konzern zehn dieser Einzelverträge gekündigt.

Handelsblatt: "Längere Arbeitszeiten möglich"

Gekündigt wurde unter anderem der wichtige Manteltarifvertrag. Dieser regelt vor allem die Arbeits- und Urlaubszeiten, nicht aber die Entgelte. Wie das "Handelsblatt" berichtet, könnte es zu Änderungen bei den Arbeitszeiten kommen. Bislang galt bei VW die 35-Stunden Woche. Nicht aufgekündigt wurde die Beschäftigungsgarantie, die bis zum Jahr 2030 gilt.

Zuvor hatte die IG Metall gefordert, die Entgelte um fünf Prozent zu erhöhen. Der Vorstoß wurde aber vom Management entschieden abgelehnt. Man sei mehr denn je unter massivem Kostendruck, nicht zuletzt durch die gestiegenen Konkurrenz aus China.

Die nächste Tarifrunde ist für Oktober 2026 angesetzt. © Getty Images

Gewerkschaft: "schamlos" und "übles Foul"

Sowohl der Betriebsrat als auch die IG Metall kündigten entschlossenen Widerstand an. "Das ist ‌ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ‌ein schamloser Versuch, in ⁠die ⁠Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen", so IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger gegenüber der "Bild"-Zeitung. Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnet "mit heftigen Auseinandersetzungen um den Jahreswechsel herum".

VW-Vorstand: "Müssen jetzt handeln"

Das wirtschaftliche Umfeld habe sich in den vergangenen 18 Monaten deutlich zum Nachteil entwickelt, ließ der Vorstand wissen. Man müsse "jetzt handeln". Die nächste Tarifrunde stehen für den Konzern im Oktober 2026 an. Die IG Metall geht trotz Management-Absage mit ihrer Forderung nach einer Entgelterhöhung um fünf Prozent in die Verhandlungen.