Geheimnis gelüftet

Warum manche Menschen ständig krank werden - und andere nie

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Es ist jedes Jahr dasselbe: Kaum kündigt sich die kalte Jahreszeit an, verwandeln sich Büros und Bahnen wieder in Husten- und Schnupfenkonzerte. Doch während die einen von einer Erkältung direkt in die nächste stolpern, gibt es in jedem Umfeld diese eine Person, die scheinbar immun gegen alles ist.
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Was ist das Geheimnis dieser "Dauergesunden"? Ist es Glück, ein übermenschliches Immunsystem oder essen sie einfach mehr Äpfel? Die Wissenschaft hat sich genau dieser Frage gewidmet. Hier sind die verblüffenden Gründe, warum manche Menschen ständig flachliegen und andere scheinbar unverwundbar sind.

Gute Gene

Es mag unfair klingen, aber manche Menschen haben tatsächlich von Geburt an einen genetischen Vorteil. Forscher haben herausgefunden, dass unsere DNA eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr spielt. Manche Menschen besitzen genetische Varianten, die es ihren Abwehrzellen ermöglichen, bestimmte Virusbestandteile extrem schnell zu erkennen und viel effektiver anzugreifen. Während bei Erkältungs-Anfälligen das Virus erst mühsam identifiziert werden muss, hat das Immunsystem der "Dauergesunden" den Eindringling schon eliminiert, bevor überhaupt das erste Kratzen im Hals entsteht.

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Der Darm spielt eine Rolle

Wer an die Abwehr von Erkältungen denkt, hat meist Vitamin C und Zink im Kopf. Doch das wahre Zentrum unserer Abwehr liegt woanders: in unserem Verdauungstrakt! Experten betonen, dass ein Großteil unserer Immunzellen im Darm lokalisiert ist. Das sogenannte Mikrobiom (die Darmflora) kommuniziert direkt mit unseren Abwehrzellen. Wer sich einseitig ernährt, oft Antibiotika nimmt oder viel stark verarbeitete Lebensmittel isst, schwächt dieses sensible System. Die Dauergesunden haben oft ein gesundes Mikrobiom, das Erreger in Schach hält.

Zu viel Stress

Chronischer Stress ist Gift für die Abwehrkräfte. Wissenschaftler konnten in Studien – bei denen Versuchspersonen sogar gezielt Viren ausgesetzt wurden – nachweisen, dass Stress die Infektanfälligkeit massiv erhöht. Bei Dauerstress verändert der Körper chemische Botenstoffe, welche das Immunsystem regulieren.
Besonders faszinierend: Die Psyche und unser soziales Umfeld spielen ebenfalls mit. Der Psychologe Sheldon Cohen fand heraus, dass extrovertierte Menschen mit einem großen Freundeskreis sich seltener anstecken, wenn sie einem Virus ausgesetzt sind. Mentale Entspannung, soziale Eingebundenheit und gute Stress-Verarbeitungs-Mechanismen wirken offenbar wie ein unsichtbares Schutzschild.

Infektionen ohne Symptome

Wer "nie krank" ist, fängt sich trotzdem Viren ein. Wir alle sind im Alltag ständig Erregern ausgesetzt. Der Unterschied liegt jedoch in der Reaktion des Körpers. Menschen, die oft leichten Viren ausgesetzt sind, durchlaufen laut Medizinern eine Form von "Training" für ihr Immunsystem. Wenn sie sich infizieren, bekämpft ihr Körper den Erreger so effizient, dass die typischen Symptome wie Husten oder Schnupfen gar nicht erst richtig ausbrechen oder extrem mild verlaufen. Sie haben also vielleicht einen Erreger im Körper, fühlen sich aber völlig gesund.

Der Lebensstil entscheidet

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Gene und Mikrobiom hin oder her, der Lebensstil entscheidet letztlich darüber, wer im Herbst das Bett hüten muss. Die "Nie-Kranken" haben oft bestimmte Verhaltensweisen gemeinsam:

  • Rauchfrei leben: Raucher sind viel anfälliger für Erkältungen. Studien an Zellen aus dem Nasen- und Lungenraum zeigen, dass das Zellgewebe durch Nikotin derart vorgeschädigt ist, dass keine richtige Schutzbarriere mehr gegen Viren aufgebaut werden kann.
  • Schlaf: Ausreichend Schlaf gibt dem Körper die Chance, sich zu regenerieren und sich für die nächste Virusattacke zu wappnen.
  • Hygiene: Wasche deine Hände regelmäßig und gründlich mit warmem Wasser und Seife. Vermeide außerdem, dir im Alltag unbewusst ins Gesicht zu fassen. So reduzierst du das Risiko, Krankheitserreger über verunreinigte Oberflächen wie Türgriffe aufzunehmen.
  • Scharfmacher im Essen: Gewürze wie Chili (enthält Capsaicin) oder Senföle aus Kren regen die Durchblutung der Schleimhäute an und wirken oft stark antibakteriell und entzündungshemmend.

Unsere Gene können wir nicht verändern, aber wir können beeinflussen, wie leicht Viren es haben, unseren Körper anzugreifen.. Wer auf seinen Darm achtet, ausreichend schläft, Stress im Alltag gezielt abbaut und sich klug ernährt, rüstet sein Immunsystem auf.