Lebensraumverlust

Wenn Elefanten ihr Zuhause verlieren

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In Sri Lanka geraten Menschen und Elefanten immer häufiger aneinander. Wo früher große Wälder lagen, entstehen Felder und Siedlungen. Die Tiere verlieren dadurch Lebensraum und suchen zunehmend in der Nähe von Dörfern nach Nahrung. Dabei zerstören sie Ernten und gefährden die Lebensgrundlage vieler Familien.
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Begegnungen können für Menschen und Elefanten tödlich enden. Etwa 7.450 wilde Elefanten leben Schätzungen zufolge in Sri Lanka. Rund 70 Prozent halten sich außerhalb geschützter Gebiete auf. Die fortschreitende Abholzung zwingt viele Tiere, auf der Suche nach Futter und Wasser landwirtschaftlich genutzte Flächen zu durchqueren. Besonders dort, wo ihre natürlichen Wanderwege von Siedlungen, Straßen oder Feldern unterbrochen werden, steigt das Risiko gefährlicher Begegnungen.

Ein Konflikt mit tödlichen Folgen

Wie dramatisch die Lage ist, zeigen die Zahlen des sri-lankischen Department of Wildlife Conservation: 2025 starben 397 wilde Elefanten – so viele wie nie zuvor. 71 wurden erschossen, 56 starben durch Stromschläge an schlecht gewarteten Elektrozäunen oder Stromleitungen und 46 bei Zugkollisionen. Seit 2019 kamen durchschnittlich rund 370 Elefanten pro Jahr ums Leben. Elektrozäune sollen Dörfer und Felder schützen. Werden sie jedoch schlecht gewartet oder unsachgemäß installiert, können sie für die Tiere zur tödlichen Falle werden. Gleichzeitig überwinden oder beschädigen Elefanten solche Barrieren, wenn sie zu Nahrung und Wasser gelangen wollen. In der Nähe des Siyambalangamuwa-Stausees reparieren Wildhüter deshalb regelmäßig einen rund 14 Kilometer langen Elektrozaun, der Elefanten von den umliegenden Dörfern fernhalten soll.

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Der Mensch verändert den Lebensraum

Der Hintergrund des Konflikts ist auch in der Entwicklung der Waldflächen zu erkennen. Laut Reuters ist Sri Lankas Waldfläche von rund 70 Prozent in den 1920er-Jahren auf etwa 16 Prozent zurückgegangen. Mit dem Wald verschwinden wichtige Nahrungsquellen, Rückzugsräume und vertraute Wanderwege. Die Tiere weichen auf andere Gebiete aus – häufig dorthin, wo Menschen Landwirtschaft betreiben. Für die betroffenen Familien sind verwüstete Felder und die Gefahr nächtlicher Begegnungen eine erhebliche Belastung. Doch auch die Elefanten zahlen einen hohen Preis: Sie werden vertrieben, verletzt oder getötet, obwohl sie häufig lediglich nach Nahrung suchen.

Schutz muss bei den Ursachen ansetzen

Elektrozäune können kurzfristig helfen, gefährliche Begegnungen zu verhindern. Langfristig braucht es jedoch mehr: den Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern, ausreichend große Lebensräume und miteinander verbundene Wanderkorridore. Zäune müssen fachgerecht geplant und regelmäßig kontrolliert werden, damit sie Menschen schützen, ohne für Wildtiere zur Todesfalle zu werden.

Der Konflikt in Sri Lanka zeigt, dass Mensch und Elefant nicht unabhängig voneinander geschützt werden können. Solange natürliche Lebensräume schrumpfen und Wanderwege verloren gehen, werden die Begegnungen kaum aufhören. Elefantenschutz bedeutet daher auch, den Tieren genügend Raum zum Leben zu lassen.