Neues Allzeithoch
Wiener Börse trotz hohen Ölpreisen auf Rekordhoch
Völlig unbeeindruckt von weiterhin hohen Ölpreisen, negativen Übersee-Vorgaben und womöglich wegweisenden US-Inflationsdaten hat der ATX am Freitag ein neues Rekordhoch erreicht. Gleich zum Handelsstart stieg der österreichische Leitindex bis auf 6.914 Punkte. Nachdem der Schwung in Folge etwas nachließ, lag das Barometer bei zuletzt 6.892,21 Punkten noch 0,33 Prozent im Plus.
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Bereits in den Vortagen hatte sich der ATX dem negativen europäischen Umfeld weitgehend entziehen können, wodurch sich auch auf Wochensicht ein Gewinn von 0,5 Prozent andeutet. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,31 Prozent auf 3.382,37 Zähler hinauf. Andere Leitbörsen in Europa tendierten nach den schwachen Vortagen ebenfalls etwas erholt.
Am Ölmarkt lag der Preis der Referenzsorte Brent zuletzt bei gut 105 US-Dollar und damit etwa auf dem Niveau vom europäischen Handelsschluss am Donnerstag. Freitagfrüh war der Preis nach Angriffen auf wichtige Schifffahrtsrouten im Nahen Osten zwischenzeitlich noch auf fast 110 Dollar geklettert. Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank verwies zudem darauf, dass die Ölpreise über die ganze Futures-Kurve hinweg gestiegen seien. "Es war somit offensichtlich, dass Investoren von einer länger anhaltenden Phase hoher Energiepreise ausgehen", resümierte der Experte.
Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der US-Notenbank Fed ein ähnlicher Schritt befürchtet. Umso wichtiger werden die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Der Anstieg der Erzeugerpreise hatte sich im August bereits beschleunigt.