IHS-Prognose: 3,9 %

Wifo: Budgetdefizit heuer bei vier Prozent

© APA/ROLAND SCHLAGER
Die umfangreichen Sparmaßnahmen dürften Österreichs Budgetdefizit in den Jahren 2026 und 2027 nur geringfügig drücken.
Zur Vollversion des Artikels

Für heuer prognostiziert das Wifo ein gesamtstaatliches Defizit von 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das IHS 3,9 Prozent. Im kommenden Jahr rechnen die Institute mit 3,8 bzw. 3,7 Prozent. Damit verfehlt Österreich die EU-Defizitgrenze von 3 Prozent weiterhin deutlich. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) peilt deren Einhaltung 2028 an.

Die Ausgangslage des gemeinsamen Budgets von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern habe sich nach aktueller Betrachtung geringfügig verbessert, schreibt das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner am Mittwoch präsentierten Konjunkturprognose. "Die vorliegenden Informationen über den Budgetvollzug deuten darauf hin, dass die Defizitziele der Bundesregierung eingehalten werden können."

Gingen die IHS-Ökonomen im Sommer noch von einem Defizit in Höhe von 4,0 Prozent für 2026 aus, rechnen sie nun mit 3,9 Prozent. Das Finanzministerium selbst sprach zuletzt von 4,1 Prozent. Für 2027 rechnet Marterbauer aktuell mit einem Defizit von 3,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 betrug das heimische Defizit 4,6 Prozent, 2025 waren es 4,1 Prozent. Im Juli 2025 wurde deswegen die Eröffnung eines EU-Defizitverfahrens gegen Österreich offiziell beschlossen.

Teuerung, Dürre und Zinsen

Zu den umfangreichen Sparmaßnahmen, die laut den beiden Instituten größtenteils erst 2027 ihre Wirkung entfalten, zählen etwa Kürzungen bei Förderungen, Sachausgaben der Ressorts und Sozialleistungen sowie die Einführung einer Paketabgabe und die Erhöhung der Alkoholsteuer. Dem stehen allerdings höhere Zinsausgaben, Maßnahmen zur Abfederung der Teuerung wie die Senkung der Mehrwertsteuer sowie Dürrehilfen für die Landwirtschaft gegenüber. Im kommenden Jahr würden sich laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) auch die Maßnahmen zur Attraktivierung der Arbeit im Alter negativ auf das Budget auswirken.

Zudem dürfte die Staatsverschuldung weiter zunehmen. Laut IHS soll die Schuldenquote 2026 auf 82,5 Prozent und 2027 auf 83,7 Prozent steigen. Das Wifo erwartet für 2027 eine Quote von 83,5 Prozent.