Ob Benko eine Fußfessel bekommt oder nicht, ist mir ehrlich wurscht. Das ist ein Fall für die Gerichte, und die sollen ihre Arbeit in Ruhe machen. Mich ärgert etwas ganz anderes: dass wir bei jeder Pleite dieser Größenordnung dieselbe Debatte führen und nie etwas ändern.
Der Fall Benko zeigt, wie leicht es in Österreich ist, Vermögen unerreichbar zu machen. Man verschiebt es in Stiftungen, baut ein paar Konstruktionen drumherum, und wenn es kracht, schauen Gläubiger, Lieferanten und Beschäftigte durch die Finger. Das ist ja kein Naturgesetz, das ist eine politische Entscheidung, die seit Jahren so getroffen wird.
Als Unternehmer sage ich klar: Wer ein Risiko eingeht, soll auch dafür haften. Der Handwerker, der nach der Pleite eines Auftraggebers auf seiner Rechnung sitzen bleibt, haftet jedenfalls mit allem, was er hat. Warum gilt das für ganz oben nicht?
Wir brauchen echte Transparenz bei Stiftungen, einen Zugriff der Gläubiger auf Vermögen, das erkennbar zur Seite geschafft wurde, und Regeln, die verhindern, dass Verlust sozialisiert und Gewinn privatisiert wird. Die Politik hat Beispiele genug. Sie muss nur endlich handeln, bevor der nächste Fall kommt. Alles andere ist Show.