F1 São Paulo

WM-Showdown in Brasilien: Crash-Gefahr bei Donner-GP

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Gewitter, Aquaplaning-Gefahr und ein WM-Titel auf dem Spiel. In Interlagos droht Mercedes eine dramatische Titelentscheidung.
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Blitz, Donner, Regen-Chaos. Ausgerechnet beim möglichen WM-Triumph von Mercedes droht der Formel 1 in Brasilien ein Wetter-Krimi. Für das Rennwochenende in São Paulo sind Regen und Gewitter angekündigt. Auf der berüchtigten Strecke von Interlagos könnte aus dem Kampf um den Konstrukteurstitel eine Rutschpartie werden. Und mittendrin: ein frischgebackener Weltmeister, ein wütender Lewis Hamilton und ein Max Verstappen, der zuletzt kaum zu stoppen war.

Am Sonntag (18 Uhr, live bei ServusTV und im Sport24-Liveticker) steigt der Große Preis von Brasilien über 71 Runden. Schon im Qualifying am Samstag (19 Uhr) könnte das Wetter die Karten neu mischen. Für die Startplatzjagd wird eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent angegeben, für das Rennen liegt sie bei 40 Prozent. Auch Gewitter sind möglich.

Mercedes fehlen nur vier Punkte zum Double

Die Ausgangslage könnte für Mercedes kaum besser sein. Eine Woche nach dem ersten WM-Titel von Kimi Antonelli (20) kann das Team auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft fixieren.

126 Punkte beträgt der Vorsprung auf Ferrari. Holt Mercedes in Brasilien vier Zähler mehr als die Scuderia, ist der Titel entschieden. Es wäre der erste Triumph in der Teamwertung seit 2021.

Die Mercedes-Mechaniker arbeiten in São Paulo am Boliden von Kimi Antonelli. Nach dem Fahrertitel kann das Team in Brasilien auch die Konstrukteurs-WM fixieren. © NurPhoto via Getty Images

Doch ganz so einfach ist die Rechnung auf der Strecke nicht. Ferrari war in den vergangenen vier Rennen jeweils stärker als Mercedes. Und ausgerechnet vor dem möglichen Titel-Finale in Interlagos herrscht bei den Italienern dicke Luft.

Hamiltons 400. Rennen wird zum Ferrari-Krisengipfel

Lewis Hamilton (41) steht vor seinem 400. Grand Prix. Doch statt sein Jubiläum zu genießen, beschäftigt den siebenfachen Weltmeister vor allem sein Teamkollege Charles Leclerc.

Der Streit aus Mexiko ist noch immer nicht beigelegt. Beide Ferrari gerieten neben die Strecke. Max Verstappen nutzte die Gelegenheit und gewann, Hamilton wurde Zweiter, Leclerc Vierter.

"Ich war frustriert und bin es immer noch", sagte Hamilton  in São Paulo. Der Brite fordert eine Aussprache mit Leclerc und Teamchef Fred Vasseur.

Charles Leclerc und Lewis Hamilton im Gespräch vor dem Mexiko-GP. Nach ihrem Duell auf der Strecke fordert Hamilton eine Aussprache mit seinem Ferrari-Teamkollegen. © Getty Images

Die lässt allerdings auf sich warten. Leclerc und seine Frau Alexandra wurden am Dienstag Eltern von Tochter Bianca. Der Monegasse reiste deshalb verspätet nach Brasilien.

Hamilton denkt nicht daran, seine Kritik zurückzunehmen. "Ich lasse mich nicht zum Schweigen bringen", stellte er klar.

Für Ferrari steht dabei mehr auf dem Spiel als der Frieden zwischen den beiden Stars. Die Scuderia muss Mercedes im WM-Kampf Punkte abnehmen. Ein weiterer Zweikampf der eigenen Fahrer könnte das Gegenteil bewirken.

Verstappen lauert auf den nächsten Coup

Einer dürfte das Ferrari-Duell besonders aufmerksam verfolgen: Max Verstappen.

Der Red-Bull-Star gewann drei der vergangenen vier Rennen und rückte in der Fahrerwertung auf Platz zwei vor. In Mexiko profitierte er bereits davon, dass sich Hamilton und Leclerc gegenseitig bekämpften.

Champagnerdusche bei Red Bull nach Max Verstappens Sieg in Mexiko. Der Niederländer gewann drei der vergangenen vier Rennen und zählt auch in Brasilien zu den Sieganwärtern. © Getty Images

Und Interlagos gehört zu seinen erfolgreichsten Strecken. Dreimal hat Verstappen den Brasilien-GP bereits gewonnen. Wie Hamilton kennt er die besonderen Anforderungen des Kurses, auf dem wechselnde Bedingungen schon mehrfach für außergewöhnliche Rennen gesorgt haben.

Auch Lando Norris hat gute Erinnerungen an São Paulo. Der McLaren-Pilot gewann im Vorjahr vor Antonelli und Verstappen.

Antonelli fährt mit Senna-Helm ins Gewitter

Für Kimi Antonelli ist der Brasilien-GP der erste Auftritt als Formel-1-Weltmeister. Der 20-Jährige krönte sich in Mexiko zum jüngsten Champion der Geschichte.

Mit einem Helm in den brasilianischen Nationalfarben erinnert Kimi Antonelli an Ayrton Senna und dessen legendären Heimsieg 1991 in Interlagos. © Formula 1 via Getty Images

Nun erinnert er mit einem besonderen Helmdesign an Ayrton Senna und dessen legendären Heimsieg von 1991. Damals kämpfte sich der Brasilianer trotz technischer Probleme zum Erfolg.

Auch Antonelli weiß seit Mexiko, wie knapp ein Rennen vor dem Ziel noch kippen kann. Erst nach seiner WM-Feier entdeckte Mercedes einen Riss in der Ölwanne seines Autos. Vier Runden vor Schluss hatte der Italiener bereits Probleme mit dem Motor bemerkt.

In Brasilien soll sein Mercedes nun nicht nur durchhalten, sondern die entscheidenden Punkte für die Team-WM holen.

71 Runden zwischen Titelparty und Regen-Chaos

Die 4,309 Kilometer lange Strecke von Interlagos bietet schon bei trockenen Bedingungen reichlich Möglichkeiten für Fehler. Kommen starke Niederschläge dazu, können sich Wasseransammlungen bilden. Dann steigt das Risiko von Aquaplaning, Drehern und Unfällen.

Für Sonntag werden Höchsttemperaturen von nur 19 Grad erwartet. Die Teams müssen sich deshalb auf wechselnde Streckenverhältnisse einstellen. Reifenwahl und Boxenstrategie könnten entscheidend werden.

Einen Sprint gibt es diesmal nicht. Nach drei freien Trainings entscheidet das Qualifying am Samstag über die Startaufstellung.

Mercedes kann in São Paulo den Konstrukteurstitel gewinnen. Ferrari muss den Rückstand verkürzen, Verstappen jagt seinen vierten Sieg aus fünf Rennen. Und über allem hängt eine Wetterprognose, die den Brasilien-GP zu einer besonders heiklen Angelegenheit machen könnte.