Leistbares Wohnen
Wohnen als Luxus: immer mehr brauchen Nothilfe
Eine Trennung, ein Jobverlust, eine Geburt, eine Krankheit: Es braucht oft nur einen einzigen Rückschlag im Leben, und die eigene Wohnung wird plötzlich unbezahlbar. Patricia Grünauer, Geschäftsführerin des Vereins Wohnen, schlägt Alarm: Die Zahl der Hilfesuchenden ist wegen der Preisexplosion der letzten Jahre massiv gestiegen.
"Für Menschen in der Krise ist eine leistbare Wohnung der letzte Ankerpunkt", so Grünauer. Ohne diese Hilfe drohe vielen der komplette Absturz.
Alleinerziehende Mütter besonders hart getroffen
Die schockierende Zahlen der Wohnassistenz seit 2006: über 5.400 Menschen in 2.500 Haushalten mit Wohnraum versorgt. 45 Prozent davon – Kinder! Und überdurchschnittlich oft sind es alleinerziehende Mütter, die am Rande der Gesellschaft um ein Dach über dem Kopf kämpfen müssen.
"Die Heizkosten sind explodiert" – ein Schicksal von vielen
Bettina aus dem Bezirk Melk etwa kennt das Elend am eigenen Leib. Mit ihrem Baby hauste sie in einer maroden, viel zu großen Wohnung – schlecht isoliert, eiskalt. Sie heizte verzweifelt mit Strom und Pellets, doch die Kosten liefen aus dem Ruder. Der Todesstoß: ein Wasserschaden. "Da wusste ich, ich muss hier raus", erzählt sie.
Doch selbst in dieser Notlage fällt es schwer, Hilfe anzunehmen – aus Scham, aus Stolz. Erst beim dritten Anlauf schaffte es Bettina zum Beratungsgespräch. Ihr Appell an alle Betroffenen: nicht zu lange warten, sich nicht schämen.
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Politik verspricht: Kein Sparstift bei der Wohnassistenz
Der Verein Wohnen ist mittlerweile in ganz Niederösterreich im Einsatz, damit Betroffene nicht auch noch aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden. Finanziert wird das Angebot vom Land – Wohnbau-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) betont, dass trotz Sparkurs bei der Wohnassistenz nicht gekürzt werde. Ein schwacher Trost angesichts der wachsenden Zahl an Menschen, die überhaupt erst in diese Notlage geraten.