Wirtschaftskrimi

Zugriff in München: Sohn von Scheich verhaftet

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Der Flug QR058 nach Doha startete ohne ihn: Rakan Abdullah Al Thani, 32, Sohn des katarischen Scheichs Abdullah bin Nasser Al Thani und Mitglied der weitverzweigten Herrscherfamilie, wurde bei der Grenzkontrolle am Flughafen München festgenommen.
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Die Bundespolizei vollstreckte nun in Bayern einen europäischen und internationalen Haftbefehl der spanischen Justiz, die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte die vorläufige Festnahme. Der Gesuchte sitzt seither in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt. Ein Auslieferungsverfahren nach Spanien ist eingeleitet.

Das Untersuchungsgericht in Málaga ließ den Europäischen Haftbefehl (OEDE) ins Deutsche übersetzen, damit die deutschen Gerichte über die Übergabe entscheiden können. Rakan Al Thani gilt als erster Angehöriger der Familie, der nach Jahren der Abwesenheit greifbar ist. Vater Abdullah sowie die Brüder Nasser und Nayef werden weiter international gesucht.

Im Zentrum steht die Geschäftsführung des Málaga CF zwischen 2012 und 2019. Rakan saß im Verwaltungsrat, während der Vater als Mehrheitseigner den Klub kontrollierte. Die Staatsanwaltschaft wirft der Familie unrechtmäßige Aneignung, Untreue, die Durchsetzung missbräuchlicher Gesellschafterbeschlüsse sowie nach Angaben aus Ermittlerkreisen auch Dokumentenfälschung und Betrug vor.

7,3 Millionen Euro Schaden?

Über Briefkastenfirmen sollen mehr als 7,3 Millionen Euro aus dem Verein abgezogen worden sein – unter anderem für Gehälter der Söhne, private Reisen, Mieten und andere persönliche Ausgaben. Die Anklage erfasst außerdem fünf frühere Vereinsmitarbeiter. Für jedes Mitglied der Familie fordert die Anklage 14 Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe sowie ein 18-jähriges Verbot, Unternehmen zu leiten.

Die Familie erschien bereits im Oktober 2022 nicht zur gerichtlichen Vernehmung in Málaga, benannte weder Anwalt noch Prozessbevollmächtigten und reagierte nicht auf Zustellungen, berichtet El Pais. Richterin María Ángeles Ruiz González sah wegen der Schwere der Vorwürfe und der drohenden Strafen Fluchtgefahr. Nach einem Beschluss der Audiencia Provincial ergingen im Sommer 2026 europäische und internationale Haftbefehle.

2010 hatte der Scheich den Klub für 36 Millionen Euro übernommen, Stars wie Ruud van Nistelrooy und Martín Demichelis verpflichtet und Málaga 2013 ins Champions-League-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund geführt. Als die Zahlungen versiegten, folgten Spielerverkäufe, der Absturz bis in die dritte Liga und 2020 die gerichtliche Entmachtung. Seither führt ein Insolvenzverwalter den Verein; ohne die Familie hat sich Málaga erholt und spielt wieder erstklassig.