Alkolocks kommen
"Alkolock"-Pilotprojekt startet in Österreich
Geht es nach dem Verkehrsministerium soll mit sogenannten "Alkolocks" (siehe Bild oben) in Zukunft auch bei uns verhindert werden, dass betrunkene Lenker ein Fahrzeug in Betrieb nehmen. Ein Pilotprojekt dazu soll in Österreich im Spätsommer starten. Derzeit definiere man die Zielgruppen, an denen das System erprobt werden soll. Angedacht sind Lkw-Fahrer bzw. Lenker mit hoher Verantwortung wie Schulbusfahrer und "Wiederholungstäter", die bereits eine Vormerkung wegen Alkohols am Steuer haben.
Funktionsweise
Alkohol-Wegfahrsperren, oder kurz "Alkolocks", funktionieren auf Basis eines Atemtests. Ein elektronischer Sensor misst den Alkoholgehalt der Atemluft und kann gegebenenfalls die Zündung eines Fahrzeuges verhindern. In Schweden sind diese Vorrichtungen bereits gang und gäbe. Volvo zählte hier mit seinem System zu den absoluten Vorreitern. In den USA (siehe unten) ist man in einigen Staaten noch einen Schritt weiter.
Von der Wirksamkeit der Methode ist man beim KfV überzeugt. Je länger man die Verbindung Autofahren und Alkohol trennen kann, umso höher ist der Gewohnheitseffekt und der Lenker setzt sich nicht so schnell wieder betrunken ans Steuer. Untersuchungen aus den USA würden das belegen, sagte Robatsch.
Einige Fragen sind noch zu klären
Offen sei derzeit noch die Finanzierung des Projektes und die Größe der Gruppe. "Wir gehen sehr offen an das Thema heran", sagte Susanna Enk, Sprecherin von Verkehrsministerin Doris Bures (S). Die Teilnehmerzahl hänge laut Robatsch auch von der Dauer des Projektes ab, weil die Lenker während dieser Phase begleitet und betreut werden müssen. Unbeantwortet blieb noch die Frage nach dem Hersteller, dessen Geräte man in der mindestens einjährigen Pilotphase testen wolle. "Da sind wir gerade dabei, das auszuloten", sagte Robatsch. Der Markt dafür sei aber recht klein. Alkolock-Geräte gebe es etwa von Volvo oder Dräger.
Skepsis
Die Diskussion um Alkolocks in Österreich sorgte im Herbst vergangenen Jahres zu teils skeptischen Reaktionen bei Interessensvertretern und Verkehrsexperten. Die Systeme seien leicht auszutricksen, ein langfristiger Lerneffekt bei Alkolenkern wurde bezweifelt. Positiv dem Projekt gegenüber stehen die Transporteure. "Bei Lkw-Lenkern gilt ohnehin 0,0 Promille. Die Praxis zeigt aber, dass es immer wieder Zwischenfälle mit betrunkenen Lenkern gibt", sagte Peter Tropper vom Fachverband Güterbeförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Wir können uns eine Beteiligung daran absolut vorstellen."