Porsche-Einfluss auf VW-Kurs im Visier
Dem "Spiegel" zufolge soll das Unternehmen mit Hilfe des Instituts den Kurs der VW-Aktie auf einem gewissen Niveau stabilisiert haben, um verlustbringende weitere Kursausschläge zu verhindern. Im Zuge der gescheiterten Übernahme von Volkswagen hatte sich Porsche große Pakete an Optionen auf VW-Aktien gesichert und war damit den Kursbewegungen der Papiere stark ausgeliefert.
Nach Auskunft der mit der Angelegenheit vertrauten Person untersuchen die Ermittler ferner, ob durch einen Politiker gesetzwidrig Informationen an die Öffentlichkeit gelangten. So hatte der baden-württembergische SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Schmiedel Ende Mai in einem Zeitungsinterview Porsche-Geschäftsziele für das Ende Juli abgelaufene sowie das neue Geschäftsjahr genannt. Schmiedel hatte sich auf ein Gespräch mit dem früheren Porsche-Finanzchef Holger Härter berufen und gesagt, Einblick in die Bücher bekommen zu haben.
Porsche bezeichnete die Vorwürfe erneut als haltlos und wollte sich unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht näher äußern. Schmiedel erklärte dem "Spiegel" zufolge, die Zahlen, die er von Härter genannt bekommen habe, seien nicht vertraulich gewesen, sondern nur eine "spekulative Prognose".
Razzien auch in Privaträumen
Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Härter, Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sowie eine weitere Handvoll Beteiligte. Dazu hatte es am Donnerstag (20.8.) Razzien in Geschäftsräumen von Porsche und in Privatwohnungen gegeben. Die Behörde wurde tätig, nachdem sie entsprechende Hinweise von der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin erhalten hatte. Diese wiederum war von der Frankfurter Handelsüberwachungsstelle informiert worden, wie "Spiegel" und "FAZ" berichteten. Wiedeking und Härter waren vor einigen Wochen zurückgetreten, nachdem der Versuch einer VW-Übernahme gescheitert war.