Anwältin Edith Hlawati

Die neue Öbag-Chefin verdient bis zu 750.000 Euro

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Der Öbag-Aufsichtsrat bestellte Hlawati am Freitag einstimmig. Zur Wahl stand nur sie.
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Wien. Am Radar der Öffentlichkeit war sie für den Job bis kurz vor dem Finale nicht: Edith Hlawati, eine der renommiertesten Wirtschaftsanwältinnen des Landes, wird neue Alleinvorständin der Öbag, welche die milliardenschweren Firmenbeteiligungen der Republik verwaltet. Dabei ist es fast eine „interne“ Besetzung, denn kaum jemand kennt die Öbag und ihre Vorgängergesellschaften so gut wie die 64-Jährige. Seit rund 30 Jahren ist sie als Rechtsberaterin der Staatsholding tätig, kennt die Unternehmen unter deren Dach bestens. Aktuell ist Hlawati Aufsichtsratschefin der Öbag-Beteiligungen Post und Telekom. Sie habe das beste Konzept präsentiert, sagt Öbag-Präsident Helmut Kern. Dass ihr ÖVP-Nähe attestiert wird, spiele keine Rolle.

Verdienen wird Hlawati bis zu 750.000 Euro (585.000 Euro Fixum plus maximal 25 % Bonus). Das ist mehr als ihr nach kompromittierenden Chats zurückgetretener Vorgänger Thomas Schmid, der auf bis zu 600.000 kam. Als Partnerin der Wiener Kanzlei Cerha Hempel ist Hlawati aber wohl Gagen in noch höheren ­Dimensionen gewöhnt.

Welche Baustellen sie zu bewältigen hat

Das Beteiligungs-Portfolio der Republik ist aktuell knapp 31 Mrd. Euro wert.

Der Staat Österreich ist über die Öbag an 11 Unternehmen beteiligt – darunter Post, Telekom Austria, OMV, Verbund, Casinos Austria. Das operative Geschäft passiert in den Unternehmen selbst. In die Zuständigkeit der Öbag fallen etwa Auseinandersetzungen mit ausländischen Miteigentümern (bei Telekom, OMV, Casinos). Ein erfahrener Industriemanager (wie Siemens-Österreich-Chef Hesoun, zuvor Favorit für die Öbag-Spitze) hätte da versierter agieren können als eine Anwältin, meinen Kritiker.

Was bei der Öbag noch ansteht, sind eventuell neue Minderheitsbeteiligungen. Zuallererst muss Hlawati die Öbag aber aus Business-fernen Schlagzeilen (Stichwort Chats) bringen. Das sollte der sachlichen Anwältin gelingen.