Europas Börsen im frühen Geschäft einheitlich im Minus
Um 10.45 Uhr notierte der Euro-Stoxx-50 um 0,48 % schwächer. DAX -0,58 %. FTSE -0,36 %.
Die europäischen Aktienindizes haben am Dienstag belastet von schwachen Banktiteln nicht an ihre Vortagsgewinne angeknüpft und etwas an Boden verloren. Daran konnten auch die positiv aufgenommenen Zahlen der US-Technologieunternehmen Apple und Texas Instruments nichts ändern.
Die Aktien der britischen Großbank Barclays haben nach einer Platzierung eines Großaktionärs deutlich an Boden verloren. Mit minus 4,86 % auf 363,5 Pence waren sie einer der schwächsten Werte im britischen Auswahlindex. Der Staat Katar trennt sich von 379 Mio. Aktien der im Zuge der Finanzkrise zeitweise schwer angeschlagenen Bank. Barclays ist neben der HSBC eines der wenigen britischen Institute, das bisher ohne staatliche Hilfe durch die Finanzkrise gekommen ist. Seit Jänner, als die Bank kurz davor stand ebenfalls Staatshilfe annehmen zu müssen, stieg das Papier um rund 600 %.
Insgesamt zogen sich die Anleger aus den zuletzt größtenteils stark gelaufenen Finanztiteln zurück. So gaben Credit Agricole, ING, Allianz, Generali und Intesa SanPaolo jeweils zwischen 1 und 2 % nach. Ebenfalls unter Druck gerieten die Technologiewerte - allen voran die Papiere des Schwergewichts Nokia. Die Aktien des finnischen Handyherstellers fielen um 2,30 % auf 8,94 Euro. Der Marktwert des Branchenprimus sank damit seit Donnerstag, als Nokia rote Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatte, um rund 13 %.
Der Telekomsektor war in Europa als einziger in Europa im Plus. Hier sorgte eine Branchenstudie der einflussreichen US-Bank Goldman Sachs für eine etwas optimistischere Stimmung als im Gesamtmarkt. So gehörten die Schwergewichte Telefonica und France Telecom zu den wenigen Gewinnern im EuroStoxx 50. Nicht profitieren von der Studie konnte dagegen die Deutsche Telekom. Die Experten der US-Investmenbank erhöhten zwar das Kursziel für die Aktie, stufen die Aktie aber weiter mit "Sell" ein. Die Analysten sehen bei dem deutschen Konzern hohe strukturelle Risiken.
Um 2,88 % auf 8,53 Euro nach unten ging es mit den Papieren des niederländischen Einzelhändlers Ahold. Das Unternehmen konnte zwar seinen Umsatz wie von Experten erwartet leicht steigern. Analysten sorgen sich jedoch nach wie vor um die hohe Abhängigkeit vom US-Geschäft. Dies ist nach Einschätzung von Händlern auch einer der Gründe dafür, dass sich die Aktie schon seit längerem schwächer als die Titel der Konkurrenz entwickelt hatte.
In der Schweiz kamen zudem die Anteile von Adecco unter Druck. Das Schweizer Zeitarbeitsunternehmen will den amerikanischen Konkurrenten MPS für umgerechnet 782 Mio. Euro übernehmen und dies teilweise mit einer Wandelanleihe finanzieren. Das Papier verlor 3,57 % auf 52,65 Franken.