Bis Jahresende
Frustrierte Nutzer: Dating-App will Swipen durch KI ersetzen
08.05.2026
Bumble-CEO Whitney Wolfe Herd will mithilfe von künstlicher Intelligenz frustrierte Nutzer zurückgewinnen. Dafür will die Dating-App das klassische Swipen abschaffen.
Dating-Apps sind heute für viele Nutzer und Nutzerinnen ein Albtraum. Dafür sind viele Probleme verantwortlich. Die schlechte Kommunikationskultur und Ghosting (eine andere Person ignorieren) sorgen für schlechte Stimmung auf der App. Manche Nutzer bekommen erst gar keine Matches.
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Laut einer norwegischen Studie werden bei Tinder im Schnitt etwa 57 Matches gebraucht, um ein richtiges Treffen zu bekommen. Ein Konkurrent will dies nun ändern. Bumble will das Swipen und Matchen abschaffen und durch ein KI-gestütztes Matchmaking ersetzen, so die CEO Wolfe Herd in einem Interview mit "Axios". Für die Beliebtheit von Swipen war Tinder verantwortlich. Nun will Bumble einen neuen Weg einschlagen.
"Die Leute fühlen sich erschöpft"
Herd erklärte: "Wir werden uns vom Wischen verabschieden und etwas begrüßen, das meiner Meinung nach revolutionär für diese Produktkategorie ist." Sie hob hervor: "Die Leute fühlen sich erschöpft und ausgelaugt. Sie haben das Gefühl, dass das Swipen ihr Liebesleben entwertet hat."
Um gegen den Nutzerabgang anzukämpfen, will die Dating-App auf eine KI setzen. Diese soll entscheiden, wer mit wem matcht. Als Vorbild dient Hinge. Es soll dabei vorher eine Interaktion, etwa ein Like, das User einem anderen Profil für ein bestimmtes Foto oder einen witzigen Kommentar geben, stattfinden. Es besteht auch die Möglichkeit, direkt Nachrichten zu verschicken. Wen der Nutzer sieht, wird von der KI bestimmt. Weiterhin sollen Frauen bei Bumble den ersten Schritt machen.
"Qualität vor Quantität zu stellen"
Wolfe Herd hat schon einmal gemeint, dass KI Dating-Apps stärker kontrollieren wird. Seit 2019 verwendet Match Group, zu denen Tinder und Hinge gehören, KI-Algorithmen in ihren Produkten. Sie bestimmen die Reihenfolge der Fotos im Profil oder wer einem angezeigt wird.
Bumble will mit dem neuen Weg ihre Nutzer und Nutzerinnen zurückgewinnen. Laut "TechCrunch" fiel die Anzahl von Bezahl-Nutzern im ersten Quartal 2025 um 21 Prozent von 4 auf 3,2 Millionen. Die Aktie befindet sich ebenfalls im freien Fall. Seit dem Börsengang 2021 fiel diese um ganz 90 Prozent.
Das Unternehmen möchte damit auch bei ihren Investoren für gute Stimmung sorgen. Herd sagte: "Wir haben unsere Mitgliederbasis bewusst neu ausgerichtet. Wir haben uns klar dafür entschieden, Qualität vor Quantität zu stellen und uns auf engagierte und wohlmeinende Mitglieder zu konzentrieren. Diese Entscheidung hat zwar den Gesamtumfang reduziert, aber die Gesundheit unseres Ökosystems deutlich verbessert."