Energie wird teurer
Heizkosten-Hammer: So TEUER macht die Kälte das Heizen
22.01.2026Heizkosten in der Kältewelle schnellen nach oben. Es gibt wöchentliche Mehrkosten von sechs bis zehn Euro für jedes Grad Außentemperatur weniger.
Aktuell bringt eine lange Frostphase den Osten Österreichs in Bedrängnis. Die Durchschnittstemperatur im Jänner lag bisher um zwei Grad unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020, berichtet der ORF. Seit Jahren war nur der Januar 2017 spürbar kälter. Diese anhaltende Kälte schlägt sich unmittelbar in den Heizkosten nieder.
Jedes Grad weniger kostet Geld
Laut Harald Proidl, Leiter der Abteilung für Ökoenergie und Energieeffizienzmonitoring bei der E-Control, steigt der Heizbedarf pro Grad niedrigerer Außentemperatur um sechs bis acht Prozent. Für einen Vier-Personen-Haushalt könne dies wöchentliche Mehrkosten von sechs bis zehn Euro pro Grad bedeuten.
Gaspreis steigt so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr
Die europaweit tiefen Temperaturen zeigen auch Wirkung auf dem Gasmarkt. Der Erdgaspreis verzeichnete in der Vorwoche einen Sprung um 25 Prozent – den stärksten Anstieg seit Oktober 2023. Als Grund wird die Entwicklung der Speicherfüllstände angeführt.
Gasspeicher weniger gefüllt
Die europäischen Gasspeicher sind derzeit zu etwa 52 Prozent gefüllt und damit deutlich unter dem saisonüblichen Niveau von 67 Prozent. Auch in Österreich liegt der Füllstand bei rund 53 Prozent (ca. 53 TWh; Stand 19. Jänner) und damit fast 15 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.
Kurzfristig habe diese Situation laut Proidl keine direkten Auswirkungen auf Verbraucher, da Gas- und Strompreise volatil seien und nicht unmittelbar eins zu eins weitergegeben würden. Sollten die Preise jedoch länger hoch bleiben, könne sich dies in den Endabrechnungen bemerkbar machen.
Strom, Gas und Heizöl kosten besonders viel
Die tatsächlichen Heizkosten hängen vom Heizverhalten und der verwendeten Energiequelle ab. Ohne Investitionskosten betrachtet zählen Heizen mit Strom, Gas und Heizöl zu den teuersten Methoden, so Proidl.
Pellets oder Holz günstiger
Günstiger seien Biomasse wie Pellets oder Holz. Auch Wärmepumpen, die mit vergleichsweise geringem Stromverbrauch einen hohen Heizeffekt erzielen, gehören im Betrieb zu den kostengünstigeren Optionen.
Energieberater Ewald Gärber von der Umweltberatung warnt jedoch davor, eine Gasheizung durch eine reine Stromheizung zu ersetzen, selbst bei einer möglichen Senkung des Arbeitspreises. Die Gesamtkosten für eine Kilowattstunde Strom inklusive Netzentgelten und Abgaben lägen weiterhin bei 30 bis 35 Cent.
Tipps
Die Umweltberatung verzeichnet derzeit vermehrt Anfragen zu Heizkosten und Schimmelprävention. Schon eine Reduktion der Raumtemperatur um ein Grad könne rund sechs Prozent Heizkosten sparen, empfiehlt Gärber im ORF-Bericht. Als angenehme Wohntemperatur gelten 21 bis 22 Grad. Zudem kann bei vielen Systemen die Vorlauftemperatur gesenkt werden.
Um Schimmel zu vermeiden, sollte stoß- statt dauerhaft gekippt gelüftet werden. Während das Badezimmer stets beheizt sein sollte, kann im Schlafzimmer mit niedrigeren Temperaturen gespart werden. Proidl rät zudem zur Nutzung von Thermostaten und einer Nachtabsenkung. Wichtig sei, Heizkörper nicht durch Möbel oder Kleidung zu verdecken, da dies den Verbrauch in die Höhe treibt.
Angesichts des Dauerfrostes wird auch empfohlen, Wasserleitungen und -zähler auf Frostsicherheit zu überprüfen, insbesondere in wenig genutzten Räumen oder Häusern. Einige Frostschäden werden oft erst beim Tauwetter sichtbar und können zu erheblichen Wasserschäden führen.