Energiekrise

Iran-Krieg sorgt für Verluste an der US-Börse

06.03.2026

Die US-Börsen haben am Freitag mit Verlusten geschlossen. Belastet wurden die Märkte von den Ängsten vor einer Ausweitung des Irak-Kriegs und den wirtschaftlichen Folgen. 

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© TIMOTHY A. CLARY / AFP
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Die Ölpreise legten in Folge des Konflikts zuletzt weiter stark zu. Dazu kamen schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten. Der Dow Jones beendete den Tag schließlich mit einem Minus von 0,95 Prozent und 47.501,55 Punkten.

Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,33 Prozent auf 6.740,02 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Composite büßte 1,59 Prozent auf 22.387,680 Punkte ein.

"Bedingungslose Kapitulation" des Iran 

An den Märkten wird vor allem befürchtet, dass ein länger anhaltender Iran-Krieg zu einer Energiekrise führt. Geschürt wurden die Sorge um eine weitere Eskalation des Konflikts am Freitag von US-Präsident Donald Trump, der eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran gefordert hat.

Dabei bestehe das größte wirtschaftliche Risiko derzeit in der faktischen Unpassierbarkeit der Straße von Hormuz, was sowohl die Preise für Flüssiggas als auch für Brent-Öl auf Höchststände getrieben hat. Der Preis der wichtigen Nordseeölsorte Brent stieg am Freitag erstmals seit April 2024 über die Marke von 90 Dollar. 

Arbeitsmarkt durchwachsen

Der US-Arbeitsmarkt sendete zwar durchwachsene Signale, da die Beschäftigung überraschend sank, während das Lohnwachstum robust blieb. Dennoch sehen zahlreiche Experten angesichts der schwachen Daten verstärkt Chancen, dass die Fed eher zu einer Zinssenkung bereit sein könnte.

In den Fokus rückten vor allem Aktien von Oracle und zahlreiche weitere Papiere mit KI-Bezug. Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte, dass der Softwarekonzern und der KI-Chatbot-Entwickler OpenAI ihre gemeinsamen Pläne zur Erweiterung eines Vorzeige-Rechenzentrums für Künstliche Intelligenz (KI) aufgegeben haben, flammten erneut Ängste unter den Anlegern auf. Denn begründet wurde das Aus damit, dass sich die Verhandlungen über die Finanzierung und die Anforderungsänderungen von OpenAI zu sehr in die Länge gezogen hätten. Nun dürfte die Komplexität in den Vordergrund rücken, die die Errichtung der Milliarden von Dollar kostenden KI-Rechenzentren mit sich bringt. Und auch, dass zahlreiche Partner dabei zusammenarbeiten müssen.

Boeing legt zu

Oracle, die im Tagesverlauf zeitweise um fast 3 Prozent gestiegen waren, gaben nach dem Bloomberg-Bericht um 1,2 Prozent nach. Meta verloren 2,4 Prozent und Nvidia 3,0 Prozent. Zu diesen beiden hieß es laut Bloomberg aus Kreisen, dass nun Meta die Möglichkeit zum Einstieg habe und KI-Chiphersteller Nvidia die Gespräche zwischen der Facebook-Mutter und dem Bauträger unterstütze.

Boeing rückten angesichts eines möglichen Mega-Auftrags aus China in den Blick und legten um 4,1 Prozent zu. Wie Bloomberg hierzu unter Berufung auf informierte Personen berichtete, winkt dem angeschlagenen Flugzeugbauer einer der größten Verkäufe seiner Geschichte. Eine Bestellung von 500 Flugzeugen des Typs 737 Max solle bekannt gegeben werden, wenn US-Präsident Trump zu seinem ersten Staatsbesuch in China seit 2017 nach Peking reise.

Jefferies-Analystin Sheila Kahyaoglu schrieb, dass auf diesen Auftrag bereits "seit Langem spekuliert" werde und sprach von einer möglichen Ablenkung vom Nahost-Konflikt. Zugleich sieht sie aber auch potenzielle langfristige Auswirkungen auf Boeings Auftragslage.