Rating-Agentur Fitch: Griechenland sollte jetzt um Hilfe bitten
Das hoch verschuldete Griechenland sollte nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch sofort bei EU und IWF Hilfe beantragen. Die rasant steigenden Risikoprämien für griechische Anleihen und Unklarheiten über den Notfallplan der EU ließen keine lange Verzögerung zu, sagte der für das Mittelmeer-Land zuständige Analyst Chris Pryce.
"Es ist an der Zeit, dass die Euro-Zone und die griechische Regierung das wahre Ausmaß ihrer Probleme anerkennen." Er bemängelte, dass trotz des im vergangenen Monats beschlossenen Notfallplans unklar ist, was die EU genau tun wolle, wann sie es tun wolle, und wie viel Hilfe sie bereitstellen würde.
Der Risikoaufschlag für griechische Staatsanleihen kletterte am Donnerstag den dritten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch. Investoren verlangten für zehnjährige Staatsanleihen eine Rendite von rund 7,5 % - gut 4,5 Prozentpunkte mehr als für entsprechende Papieren aus Deutschland.
Die Aktien griechischer Banken büßten in Athen im Schnitt mehr als 7 % an Wert ein. Die Entwicklung setzt Griechenland enorm unter Druck, weil das Land bereits am 20. April Schulden von 8,2 Mrd. Euro tilgen muss und im Mai weitere Milliarden benötigt.