RZB erwartet Vorsteuergewinn auf Vorjahresniveau
Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), Mehrheitseigentümerin der börsennotierten Raiffeisen International (RI), erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2009 einen Gewinn vor Steuern von rund 600 Mio. Euro, der damit ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres von 597 Mio. Euro liegen wird.
"Wir werden die negativen Wirkungen der Finanzkrise von selbst absorbieren können", sagt RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner. Die Wertberichtigungen und Risikovorsorgen werden mit 2,2 Mrd. Euro deutlich höher ausfallen als 2008 (1,15 Mrd.). Eine solche Höhe hat die RZB noch nie gehabt, so Rothensteiner.
Das Betriebsergebnis wird mit rund 2,4 Mrd. Euro (2008: 2,79 Mrd. Euro) erwartet. Rothensteiner geht davon aus, dass auch der Nettogewinn höher als im Vorjahr ausfallen wird. Die Bilanzsumme sollte auf rund 150 (157) Mrd. Euro zurückgehen.
Hauptverantwortlich dafür sind geringere Forderungen an Kunden - vor allem in Zentral-und Osteuropa - sowie Währungsabwertungen. Zuwächse gab es bei Forderungen an Banken wegen staatlich garantierter Anleihen.
Erhöhter Kapitalpolster sollte künftige Schocks abfedern
Rothensteiner sieht die RZB mit einem vergrößerten Kapitalpolster für künftige Schocks gewappnet. Für das Jahresende erwartet man 12,1 Mrd. Euro anrechenbare Eigenmittel, ein Plus von 12 %. Dieses ist vor allem auf das ausgegebene Partizipationskapital zurückzuführen.
Das Kernkapital wird bei 8,8 Mrd. Euro erwartet, ein plus von 16 %. Die Eigenmittelquote wird 12 %, die Kernkapitalquoten rund 10,5 % für das Kreditrisiko und rund 8,5 % inklusive Markt- und operationellen Risiken betragen.
Personalstand fiel um 10 %: 6.651 Jobs abgebaut
Die Cost-Income-Ratio (CIR) fällt mit rund 54 % eine Spur höher aus (52,8 %). Die Zahl der Mitarbeiter fällt zum Stichtag auf rund 60.000 (66.651) Personen. Am meisten wurden in Russland, der Ukraine und Ungarn abgebaut. Rund 100 Filialen wurden geschlossen, die Gesamtzahl ging auf 3.150 zurück.
Geschäftsschwerpunkt der RZB bleibt Österreich sowie Zentral- und Osteuropa. "Früher gesehene Wachstumsraten von 20-25 % werden aber rein physisch nicht mehr möglich sein", so der RZB-Boss, die Heimmärkte dürften aber "schön langsam wieder auf Wachstumskurs" kommen.
Das im April gezeichnete Staatskapital von 1,75 Mrd. Euro wird man "zu einer strategisch günstigen Zeit" zurückzahlen. Bis April 2010 will sich Rothensteiner die Entwicklung ansehen. "Für eine günstigere Finanzierung bin ich jederzeit offen", so der RZB-Chef.