Unsicherheit
Wegen Trump & Grönland: Gold auf neuem Rekordhoch
21.01.2026Die internationalen Finanzmärkte stehen unter Druck. Politische Spannungen rund um Grönland und neue Zoll-Drohungen aus Washington haben eine massive Fluchtbewegung ausgelöst – weg von Aktien, hinein in sichere Anlagen. Profiteur Nummer eins ist Gold.
Der Goldpreis hat am Donnerstag ein neues Allzeithoch erreicht. Die Feinunze kletterte auf 4.878 Dollar. Innerhalb von nur zwölf Monaten legte der Preis damit um 73,6 Prozent zu. Für Marktbeobachter ist klar: Der Anstieg ist weniger wirtschaftlich als politisch getrieben. Anleger suchen Schutz vor wachsender Unsicherheit – und finden ihn im Edelmetall.
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Börsen im Rückwärtsgang
Parallel zum Goldboom geraten die Aktienmärkte deutlich unter Druck. Der deutsche Leitindex Dax verlor in der vergangenen Woche 2,6 Prozent. Auch an den US-Börsen dominierte die Verkaufslaune: Der S&P 500 gab um 1,87 Prozent nach, der Nasdaq 100 rutschte 1,88 Prozent ab, der Dow Jones verlor 1,36 Prozent. Händler sprechen von einer klassischen „Risk-off“-Phase – Risiko raus, Sicherheit rein.
Trump sorgt für Verunsicherung
Auslöser der Nervosität ist einmal mehr US-Präsident Donald Trump (79). Im Streit um Grönland kündigte er neue Strafzölle gegen Europa an. Acht Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Dänemark und Großbritannien, sollen wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden, falls sie einen Zugriff der USA auf die zu Dänemark gehörende Insel weiter blockieren. Ab 1. Februar sollen Zölle von zehn Prozent greifen, ab Juni sogar von 25 Prozent.
Angst vor neuem Handelskrieg
An den Finanzmärkten schrillen die Alarmglocken. Investoren fürchten einen neuen transatlantischen Handelskrieg mit spürbaren Folgen für Exporte, Unternehmensgewinne und das Wirtschaftswachstum. Besonders international tätige Konzerne geraten unter Verkaufsdruck. In Brüssel werden bereits Gegenmaßnahmen vorbereitet: Die EU prüft Gegenzölle im Umfang von bis zu 93 Milliarden Euro auf US-Waren wie Autos, Flugzeuge und Agrarprodukte. Ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist angekündigt.
Flucht in sichere Häfen
Während Aktien schwächeln, erleben sichere Anlagen einen Höhenflug. Neben Gold zieht auch Silber kräftig an und notiert bei 94,97 Dollar je Feinunze – nur knapp unter dem Rekordhoch. Auch Staatsanleihen werden stärker nachgefragt. Gleichzeitig verlieren Euro und britisches Pfund gegenüber dem Dollar. Für Börsianer sind das klassische Warnsignale.
Politik bestimmt die Kurse
Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Solange die Zoll-Drohungen im Raum stehen und keine politische Lösung absehbar ist, dürfte die Nervosität an den Märkten anhalten. Klar ist schon jetzt: Die nächsten Kursbewegungen werden weniger von Unternehmenszahlen bestimmt – sondern von Entscheidungen aus Washington und Brüssel.