"Dynamic Pricing"

Wirbel um Preise: Fast 90 Euro für Skitageskarte

12.02.2026

In Vorarlbergs Skigebieten sorgt das "Dynamic Pricing" für Rekordpreise. Wer spontan auf die Piste will, zahlt teilweise fast 90 Euro. Kritik kommt von den Kunden. Betreiber machen auf Vorteile für Frühbucher aufmerksam.

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Vorarlberg. Wer diesen Winter in Vorarlberg die Pisten unsicher machen will, muss teilweise tief in die Tasche greifen. Laut "ORF Vorarlberg" sind die Preise für Skikarten durch das sogenannte "Dynamic Pricing" an manchen Tagen teilweise deutlich gestiegen. Den absoluten Spitzenwert lieferte demnach die Silvretta Montafon: Hier kostete eine einzelne Tageskarte für Erwachsene für einen Samstag (17. Jänner) stolze 89,50 Euro. Auch an anderen Tagen stiegen die Preise ähnlich hoch.

Fast 90 Euro für Tagesticket

Damit ist die Silvretta Montafon an vielen Tagen sogar teurer als das Skigebiet Ski Arlberg, das auf einen Fixpreis von 81,50 Euro setzt. Laut "ORF Vorarlberg" verteidigen Skigebiets-Betreiber das Modell und verweisen auf Ersparnisse für Frühbucher.

Doch: Erst ab einer Buchung von fünf Tagen im Voraus, spart man im Schnitt etwa acht Euro. Außerdem lässt sich das Wetter so früh kaum zuverlässig vorhersagen. Wer also sparen will, geht das Risiko ein, bei Nebel oder Schneesturm auf der Piste zu stehen. Wer erst kurzfristig bucht oder auf schönes Wetter wartet, zahlt meist den vollen Preis.

Riesige Gewinne für Bergbahnen

Während die Kunden über "Wucher" und "Preise bis zum Mond" in Google-Rezensionen schimpfen, zeigen die Bilanzen im Firmenbuch ein anderes Bild. Die Golm Silvretta Lünersee Tourismus GmbH verzeichnete im Jahr der Einführung des Preismodells ein Umsatzplus von 27 Prozent, berichtet "ORF Vorarlberg". Auch andere Bahnen wie das Brandnertal oder die Silvretta Montafon meldeten deutliche Zuwächse im Rohergebnis von 16 beziehungsweise 24 Prozent aus. Das Softwareunternehmen "Pricenow", das hinter der Technik steckt und mit den Vorarlberger Skigebieten zusammenarbeitet, wirbt ganz offen mit einer "Maximierung der Erträge" und verspricht den Gebieten fünf bis 15 Prozent mehr Umsatz.

Kritik an mangelnder Transparenz

Konsumentenschützer finden für diese Entwicklung klare Worte. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz, bezeichnet das Modell im Gespräch mit "ORF Voralrberg" als "Willkür und Lotterie". Es ermögliche den Gebieten, die Preise schrittweise nach oben zu schrauben, ohne dass es sofort auffalle.

Branchensprecher Andreas Gapp sieht das gelassener und verweist auf die Flugindustrie, in der solche Preise üblich seien: "Das ist keine Erfindung der Seilbahnen." Er sagt jedoch, dass sein eigenes Skigebiet im Kleinwalsertal bewusst auf das Modell verzichtet, denn dort habe man Zweifel, ob das Modell sowohl für die Kunden als auch für das Unternehmen das passende sei.