Dreiteiliger Zipp
MIT-Forscher revolutionieren den Reißverschluss
06.05.2026
Forscher vom MIT haben mit dem Y-Zipper den Reißverschluss komplett neu erfunden. Die neue Erfindung kann für Roboter oder in der Medizin eingesetzt werden.
MIT-Forscher haben in Boston einen besonderen Reißverschluss präsentiert. Sie haben eine Idee aus den 1980er-Jahren neu aufgegriffen und daraus den Y-Zipper gemacht. Die Erfindung könnte in der Zukunft Polstermöbel, Campingzelte und sogar Roboterteile verbinden.
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In einem Blogartikel vom MIT erklärt der Forscher Jiaji Li: "Ein herkömmlicher Reißverschluss eignet sich hervorragend zum Verschließen flacher Objekte wie einer Jacke. Mit der heutigen Fertigungstechnologie kann ein Y-Zipper komplexere Objekte transformieren."
Design für einen Wettbewerb
Der Y-Zipper bringt einen weiteren Vorteil mit sich. Die Steifigkeit ist einstellbar. Je nach Anwendung kann der Y-Zipper flexibler oder starrer sein.
Der 3-teilige Zipp ist keine komplett neue Erfindung. Der Techniker William Freeman hat sich diese Form für einen Design-Wettbewerb 1985 ausgedacht. Den Prototyp hat er damals aus drei Holzleisten mit Zähnen gebaut. Ein Schieber wurde außen um die Leisten angebracht. Wenn dieser bewegt wurde, haben die Zähne der drei Leisten ineinander gegriffen. Das Teil formte dann ein dreieckiges Rohr.
Idee patentiert
Freeman konnte mit seinem Design den Wettbewerb nicht gewinnen. Doch er ließ sich diesen trotzdem patentieren. Aus der Idee wurde nie ein richtiges Produkt. Heute ist Freeman selbst MIT-Professor. Sein damaliges Patent bildet die Basis für die neue Version. Der neue Y-Zipper besteht aus Kunststoff und kommt aus dem 3D-Drucker.
Für das Erstellen des Reißverschlusses wird eine Spezialsoftware vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) verwendet. Mit der Software kann die Länge der Streifen, die gewünschten Biegungswinkel sowie Richtung und Steifigkeit des 3-seitigen Reißverschlusses genau eingestellt werden. Ebenfalls kann die Form bestimmt werden. Der Reißverschluss kann gerade, gebogen, spiralförmig oder verdreht sein.
Viele Anwendungsmöglichkeit
Die Tests waren vielversprechend. Der Y-Zipper ist sehr haltbar. Erste Schwächen traten erst nach 18.000 Mal Auf- und Zumachen auf. Der Kunststoff TPU ist dabei biegsamer, PLA belastbarer.
Weiter haben die Forscher in ihrer Studie einige interessante Verwendungsmöglichkeiten beschrieben. Der Reißverschluss könnte in der Medizin eingesetzt werden. Als Beispiel nennen sie einen Gips, der mit dem Reißverschluss verschließt.
Laut den Forschern könnte die Erfindung auch motorisiert werden, etwa ihn automatisch zuzippen lassen. Denkbar wäre ein Roboter, dessen Beinlänge sich je nach Gelände automatisiert anpasst.